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Aabenraa würdigt Pionierin der Avantgarde mit umfassender Ausstellung

11.06.2024 6:00:13 | Aabenraa, Süddänemark
© Dänemark.Guide: Das Bild wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) auf Basis des Textes erstellt. Es spiegelt nicht unbedingt die reale Situation wieder.

Aabenraa ehrt Franciska Clausen mit einer Ausstellung und plant ein Museum, um die wegweisende Künstlerin und ihre Beiträge zur Avantgarde zu würdigen.

In Aabenraa wird derzeit intensiv daran gearbeitet, einer bedeutenden Künstlerin die verdiente Anerkennung zu verschaffen. Franciska Clausen, deren Werke international anerkannt sind und in renommierten Museen gezeigt werden, soll in ihrer Heimatstadt endlich die Würdigung erhalten, die sie verdient.

Kulturinitiative in Aabenraa

Das Jahr 2024 markiert einen Wendepunkt für die künstlerische Anerkennung von Franciska Clausen in Aabenraa. Obwohl ihre Werke auf weltweiter Ebene hohes Ansehen genießen, fehlte es bisher an einer angemessenen Würdigung in ihrer Heimatstadt. Signe Bekker Dihman, die Vorsitzende des Kultur- und Freizeitausschusses der Kommune Aabenraa, betont die historische Bedeutung von Clausen und sieht dringenden Handlungsbedarf. „Sie hat in vielerlei Hinsicht Großes geleistet, doch das ist hier bisher unbeachtet geblieben“, erklärt Dihman.

Umsetzung und Pläne

Ein umfangreiches Programm zu Ehren von Franciska Clausen ist für das gesamte Jahr geplant. Eine bedeutende Ausstellung ihrer Werke findet derzeit im Kunstmuseum Brundlund Schloss statt. Parallel dazu gibt es konkrete Pläne für ein neues Museum in Aabenraa, das Clausen gewidmet sein wird. „Es wird ein zentraler Anlaufpunkt für ihre Kunst sein“, so Dihman. Um dieses Projekt zu realisieren, sind jedoch erhebliche finanzielle Mittel notwendig. Die Kommune und das Museum Sønderjylland arbeiten zusammen, um die erforderlichen 150 Millionen Dänische Kronen zu sammeln.

Bedeutung und Geschichte von Clausen

Geboren 1899 in einer wohlhabenden Familie, verließ Franciska Clausen während des Ersten Weltkriegs Dänemark, um in Deutschland Kunstmalerei zu studieren. Diese Entscheidung war zur damaligen Zeit bemerkenswert, da Frauen selten die Möglichkeit hatten, ins Ausland zu reisen und dort eine berufliche Ausbildung zu absolvieren. Sally Schlosser Schmidt, Museuminspektorin des Museums Sønderjylland, hebt hervor: „Clausen war ihrer Zeit weit voraus, besonders in Bezug auf den Konstruktivismus, der später in Dänemark populär wurde.“

In den 1920er Jahren zog Clausen nach Paris und etablierte sich in der avantgardistischen Kunstszene Europas. Trotz ihrer Erfolge im Ausland stieß sie nach ihrer Rückkehr nach Aabenraa 1933 auf wenig Interesse in der dänischen Kunstwelt. Sie fühlte sich ausgeschlossen und verbrachte den Rest ihres Lebens in Aabenraa, wo sie sich als Porträtmalerin durchschlug.

Posthume Anerkennung

Der aktuelle Versuch, Clausen wieder ins Rampenlicht zu rücken, ist nicht nur eine späte Anerkennung ihrer künstlerischen Leistung, sondern auch ein Zeichen dafür, dass das Erbe von Künstlerinnen zunehmend gewürdigt wird. Sally Schlosser Schmidt schildert, dass es essentiell sei, Clausen nicht nur als Künstlerin, sondern auch als Mensch gerecht zu werden. „Ihr Leben und ihre Arbeit waren geprägt von Herausforderungen und Missverständnissen, aber auch von beeindruckenden Erfolgen und Neuerungen.“

Ein Schritt zur Gerechtigkeit

„Es ist höchste Zeit, dass wir diese Ungerechtigkeit aus der Welt schaffen“, sagt Dihman. „Wir sollten Künstler zu Lebzeiten würdigen und ihre Beiträge zu unserer Kultur feiern.“ Die geplanten Initiativen und die Ausstellung sollen dazu beitragen, Clausen die Anerkennung zu verschaffen, die sie verdient, und die Bedeutung ihrer Arbeiten für kommende Generationen zu betonen.

Mit diesen Anstrengungen hofft Aabenraa, nicht nur das künstlerische Erbe von Franciska Clausen zu bewahren, sondern auch ein breiteres Verständnis und eine Wertschätzung für bedeutende Beiträge in der Kunst zu fördern, unabhängig vom Geschlecht der Künstler.