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Aalborg ringt um die Zukunft der Egholmfähre: Nachhaltigkeit gegen Kosten

20.06.2024 11:20:05 | Aalborg, Nordjütland
© Foto: Arkivfoto/Per Frank Paulsen / TV2 Nord

Aalborg diskutiert die Zukunft der Egholmfähre: Finanzierungsprobleme und nachhaltige Lösungen prägen die Debatte um den Erhalt der wichtigen Verbindung.

In Aalborg, der viertgrößten Stadt Dänemarks, streiten sich aktuell die Parteien über die Zukunft der Fährverbindung zur kleinen Insel Egholm. Egholm liegt im Limfjord und ist sowohl für Einheimische als auch für Touristen ein beliebtes Ausflugsziel. Doch die Fährverbindung steht aufgrund finanzieller Defizite zur Debatte.

Finanzielle Herausforderungen

Die jährlichen Betriebskosten der Egholmfähre belaufen sich auf knapp 8,6 Millionen dänische Kronen (etwa 1,15 Millionen Euro). Trotz der hohen Passagierzahl von rund 200.000 pro Jahr ist die Finanzierung der Fährverbindung eine Herausforderung für die Kommune Aalborg. Besonders problematisch ist, dass die Fährverbindung für bestimmte Gruppen, wie Kinder und Pensionäre, kostenlos ist. Außerdem sind zwei Fähren im Einsatz, da die Egholm II bei starkem Wind nicht fahren kann und die Routen somit unter variierenden Bedingungen bedient werden müssen.

Politische Unterstützung für die Fähre

Sowohl die liberale Partei Venstre als auch die Sozialdemokraten unterstützen die Beibehaltung der Fährverbindung. Venstre hat sich schon lange für die Fähre stark gemacht, und die Sozialdemokraten haben kürzlich erklärt, dass sie ebenfalls hinter diesem Projekt stehen.

Jan Nymark Rose Thaysen (V), ein prominentes Mitglied des Stadtrats und zuständig für Stadtplanung und ländliche Entwicklung in Aalborg, betont, wie wichtig die Finanzierung des Projekts ist. Er schlägt verschiedene Maßnahmen vor, darunter das Leasing der Fähre oder die Vereinheitlichung der Fährtypen, um die Betriebskosten zu senken.

Alternative Lösungen und Nachhaltigkeit

Eine andere Möglichkeit ist die Modernisierung der Fähre hin zu einer nachhaltigeren Betriebsweise. Das hat allerdings ebenfalls seinen Preis: Schätzungsweise kostet dieser Übergang genauso viel wie eine alternative Lösung, die in Erwägung gezogen wurde – eine niedrige Brücke zur Insel Egholm. Die Diskussion um diese Brücke ist nicht neu und steht im Kontext zu den Plänen für die dritte Limfjord-Querung.

Die Modernisierung könnte ähnlichen Aufwand wie bei der Fähre zwischen Hals und Egense erfordern, wo die Kosten für eine nachhaltigere Lösung ebenfalls hoch waren.

Zukunftsperspektiven

Die Debatte um die Zukunft der Egholmfähre wird in den anstehenden Haushaltsverhandlungen fortgesetzt. Dabei wird auch in Betracht gezogen, dass künftig möglicherweise auch Kinder und Pensionäre einen kleinen Beitrag für die Nutzung der Fähre leisten könnten. Erste Gespräche mit den Bürgern haben ergeben, dass es unter den zukünftigen Nutzern bereits Zustimmung für eine solche Regelung gibt.

Jan Nymark Rose Thaysen betont abschließend, dass die Bewahrung der Insel und der Fährverbindung nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern auch aus sozialer und kultureller Perspektive enorm wichtig ist.

„Es geht nicht alleine darum, die Fährverbindung zu sichern, sondern den besonderen Charakter und die Lebensqualität der Insel Egholm zu bewahren“, so Thaysen.

Zusammenfassung

Die Diskussion um die Fährverbindung zur Insel Egholm in Aalborg bleibt spannend und komplex. Mit verschiedenen Lösungsansätzen und einer breiten politischen Unterstützung steht die kommunale Verwaltung vor der Herausforderung, eine finanzierbare und nachhaltige Lösung zu finden. Dabei geht es nicht nur um Zahlen, sondern auch um den Erhalt eines wertvollen Naherholungsgebiets für Einwohner und Besucher Nordjütlands.