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Aarhus Symfoniorkester im Zentrum innovativer Studie zur Publikumsreaktion

24.06.2024 11:49:01 | Aarhus, Mitteljütland
Aarhus Symfoniorkester im Zentrum innovativer Studie zur Publikumsreaktion
© Dänemark.Guide: Das Bild wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) auf Basis des Textes erstellt. Es spiegelt nicht unbedingt die reale Situation wieder.

Das Aarhus Symfoniorkester leitet eine Studie über Publikumsreaktionen bei Konzerten, unterstützt durch 6,2 Mio. Kronen von der Danmarks Frie Forskningsfond.

Ein außergewöhnliches Forschungsprojekt hat seinen Weg in das Aarhus Symfoniorkester gefunden. Das dänische Ensemble wird im Zentrum einer bedeutenden Studie über das Verhalten von Konzertpublikum stehen, finanziert durch 6,2 Millionen dänische Kronen von der Danmarks Frie Forskningsfond. Geleitet wird das vierjährige Projekt von Niels Christian Hansen, Dozent für Musiktheorie und kognitive Musikforschung an der Aarhus Universität.

Die Hauptfragestellung der Studie, „CLAPS: Bifaldskultur in den dänischen Konzertsälen“, zielt darauf ab, die Ursachen und Bedeutungen des Applauses in musikalischen, kulturellen und nationalen Kontexten zu ergründen. Durch die systematische Beobachtung und Analyse von Publikumsreaktionen möchte das Projekt umfassende Einblicke in die Faktoren gewinnen, die zu Begeisterung und Applaus während eines Konzerts führen.

Hierfür wird das Aarhus Symfoniorkester über drei Konzertspielzeiten hinweg Beobachtungen anstellen. Im Fokus stehen dabei nicht nur das Publikum, sondern auch die Musiker selbst, deren Perspektiven durch Interviews aufgenommen werden. Zusätzlich wird es spezielle Versuchskonzerte geben, bei denen Hypothesen über das Verhalten des Publikums überprüft werden sollen. Diese Konzerte werden von Studierenden des Det Jyske Musikkonservatoriums unter der Leitung von Hansen durchgeführt.

Jesper Nordin, der Musikchef des Aarhus Symfoniorkesters, sieht in dem Projekt eine große Chance, die Beziehung zwischen Musikern und Publikum besser zu verstehen. Die erhobenen Daten sollen dazu beitragen, das musikalische Erlebnis in Aarhus noch weiter zu optimieren. Besonders wertvoll ist der datengestützte Ansatz, der es ermöglicht, objektive Einsichten in die Emotionen und Verhaltensweisen des Publikums zu gewinnen und somit die Programmgestaltung und das „dramaturgische Design“ der Konzerte zu verfeinern.

Niels Christian Hansen betont die Notwendigkeit dieser empirischen Untersuchung: „Ohne systematische Beobachtungen wissen wir gar nicht genau, welche kulturellen Initiativen wirklich das Publikum ansprechen und welche nicht. Ticketverkäufe allein geben keinen Aufschluss über die tatsächliche Begeisterung.“ Er fügt hinzu, dass eine tiefere Kenntnis der Live-Kultur essentielle Erkenntnisse liefern kann, um mehr Menschen für kulturelle Veranstaltungen zu begeistern und so das Wohlbefinden der Gesellschaft zu steigern.

Das Projekt wird offiziell im September 2025 beginnen, zeitgleich mit dem Start der Konzertsaison 2025/26 des Aarhus Symfoniorkesters. Neben den regulären Konzerten plant das Orchester, weiterhin besondere Formate wie Familienkonzerte, Kammerkonzerte und gemeinschaftliche Projekte mit Festivals in Aarhus zu veranstalten.

Aarhus Symfoniorkester, etabliert 1935, besitzt eine langjährige Tradition und ist tief in der kulturellen Landschaft der Stadt verankert. Mit seinen 66 festangestellten Musikern und dem renommierten Dirigenten Dmitry Matvienko an der Spitze hat es sich zu einer zentralen Institution für Musikliebhaber entwickelt.

Durch die Untersuchung und Optimierung der Interaktionen zwischen Musikern und Publikum könnte dieses ehrgeizige Forschungsprojekt nicht nur nachhaltige Veränderungen in der dänischen Konzertkultur bewirken, sondern auch internationale Implikationen haben. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten wegweisend sein für Orchester und Konzerthäuser weltweit, die auf der Suche nach Möglichkeiten sind, ihr Publikum besser zu engagieren und das Konzert-Erlebnis zu verbessern.