fbpx
Skip to main content

Dänemarks Küstenwiesen vor dem Aus: Klimawandel bedroht Europas wichtigstes Ökosystem

15.05.2024 8:00:05 | Dänemark
© Dänemark.Guide: Das Bild wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) auf Basis des Textes erstellt. Es spiegelt nicht unbedingt die reale Situation wieder.

Dänemarks Strandwiesen sind durch den Klimawandel schwer bedroht. Bis zu 90 % könnten in 100 Jahren verschwinden. Experten fordern sofortige Schutzmaßnahmen.

Dänemarks Küstenlandschaften unter Druck: Naturressourcen in Gefahr

Eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung der dänischen Naturschutzbehörde und des Beratungsunternehmens COWI zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft der strandnahen Wiesengebiete in Dänemark. Wissenschaftler befürchten, dass innerhalb der nächsten 100 Jahre bis zu 90 Prozent dieser wertvollen Lebensräume verschwinden könnten, sollte der gegenwärtige Klimawandel ungebremst weitergehen.

Torben Ebbensgaard, Biologe und Experte bei COWI, betont die Dringlichkeit der Situation. „Wir wussten, dass es schlecht um die Strandwiesen steht, aber das Ausmaß der Bedrohung hat uns überrascht. Die möglichen Verluste wären katastrophal,“ erklärt er. Diese Wiesen sind entscheidend für den Erhalt zahlreicher seltener Pflanzen- und Tierarten.

Bemerkenswert ist, dass rund 79 Prozent aller Strandwiesen in der Europäischen Union sich in Dänemark befinden. Dies unterstreicht die wichtige Rolle, die das Land im Erhalt dieser speziellen Ökosysteme spielt. Zu den bedrohten Arten gehört unter anderem die seltene Kurzschnabelgans, die in Europa kaum noch zu finden ist.

Die Bedeutung der Strandwiesen reicht jedoch weit über den Artenschutz hinaus. Diese Küstenökosysteme fungieren als natürliche Filter für die umliegenden Gewässer. Sie fangen Nährstoffe und Sedimente ab und tragen so zur Verbesserung der Wasserqualität in angrenzenden Feuchtgebieten und Fjorden bei. Ohne diese natürliche Funktion würde sich die Wasserqualität erheblich verschlechtern, so Ebbensgaard.

Eine der Hauptursachen für die Bedrohung der Strandwiesen sind die steigenden Meeresspiegel und Grundwasserstände infolge des Klimawandels. Die Küstengebiete und die auf ihnen lebenden Ökosysteme werden buchstäblich vom Meer verschluckt. Laut Ebbensgaard gibt es dennoch Lösungsansätze, um diesen Prozess zu verlangsamen oder sogar zu verhindern.

Ein Vorschlag umfasst die Rückführung von landwirtschaftlich genutzten Flächen in ihren natürlichen Zustand. Dies könnte in Kombination mit der Entfernung oder der Verlagerung von Deichen erfolgen, um den Strandwiesen Raum für Ausbreitung zu bieten. „Indem wir diese Flächen zurückgewinnen und die Deiche anpassen, ermöglichen wir den Strandwiesen, sich an die steigenden Wasserstände anzupassen und neu zu etablieren,“ erklärt Ebbensgaard.

Zu betonen ist, dass der Schutz der derzeit vorhandenen Strandwiesen allein nicht ausreicht. „Die heutigen Strandwiesen werden über kurz oder lang verschwinden. Wir müssen vorausschauend handeln und neue Flächen schaffen, auf die sich diese Ökosysteme zurückziehen können,“ sagt Ebbensgaard.

Die Herausforderung besteht darin, sowohl den Verlust der existierenden Wiesen zu minimieren als auch eine nachhaltige Strategie für zukünftige Generationen zu entwickeln. Klimawandel und steigende Meeresspiegel erfordern innovative Lösungen zur Anpassung und zum Schutz wertvoller Ökosysteme. Dänemark könnte durch nationale und internationale Zusammenarbeit ein Vorbild im Umgang mit diesen Herausforderungen sein.

In Zukunft könnte die Umsetzung solcher Vorschläge nicht nur zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen, sondern auch die Wasserqualität und damit die Lebensgrundlagen vieler Menschen verbessern. Es bleibt abzuwarten, ob und wie schnell die vorgeschlagenen Maßnahmen in die Praxis umgesetzt werden. Klar ist jedoch, dass die Zeit drängt und entschlossenes Handeln erforderlich ist, um die strandnahen Wiesengebiete Dänemarks vor dem Verschwinden zu bewahren.