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Dänische Polizei warnt vor gefährlicher Selbstjustiz durch digitale Pädophile-Jäger

11.07.2024 16:00:09 | Kopenhagen, Region Hovedstaden
Dänische Polizei warnt vor gefährlicher Selbstjustiz durch digitale Pädophile-Jäger
© Dänemark.Guide: Das Bild wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) auf Basis des Textes erstellt. Es spiegelt nicht unbedingt die reale Situation wieder.

Die dänische Polizei warnt vor Selbstjustiz durch Online-Gruppen, die Männer fälschlich als Pädophile brandmarken und gewaltsam angreifen.

Die dänische Polizei hat eine dringende Warnung herausgegeben, die auf ein besorgniserregendes Phänomen hinweist. In letzter Zeit sind in sozialen Medien wie Telegram, TikTok und X Videos aufgetaucht, in denen Männer mit vollem Namen und Gesicht als Pädophile bezeichnet und von maskierten Personen körperlich angegriffen werden. Diese Kurzfilme, gekennzeichnet mit der Abkürzung ‘PHD’ (‘Pedo Hunter Denmark’), stammen von einem digitalen Selbstjustiz-Netzwerk, das gezielt Männer anlockt, die angeblich an intimen Treffen mit jungen Mädchen interessiert sind. Danach kommt es zu übergriffen, die gefilmt und online gestellt werden.

Die Nationale Einheit für besondere Kriminalität (NSK) der dänischen Polizei beobachtet eine zunehmende Zahl solcher Fälle. Zentrumleiter Lars Mortensen betonte, dass diese Art von Selbstjustiz schwerwiegende rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könne. Er erklärte, dass das Veröffentlichen von ehrverletzenden Behauptungen und das Ausüben von Gewalt illegal sind und insbesondere die Vorstellung, andere zur Kriminalität anzustiften, als ernstes Vergehen gilt. Mortensen rief dazu auf, verdächtige Vorfälle der Polizei zu melden und darauf zu vertrauen, dass die Strafverfolgungsbehörden ihre Arbeit übernehmen würden.

Um diese Tendenz zu bekämpfen, überwacht die Online-Patrouille der NSK die verschiedenen sozialen Medienplattformen genau. Während lokale Polizeieinheiten die einzelnen Fälle bearbeiten, gibt es eine koordinierte Anstrengung, um die wachsende Zahl an Followern solcher Gruppen zu beobachten. NSK stellte fest, dass in geschlossenen Gruppenchats häufig intime Treffen und Angriffe geplant werden. Daher arbeitet die Polizei eng mit den jeweiligen Regionen zusammen, um sowohl strafrechtlich gegen die Täter vorzugehen als auch präventive Maßnahmen zu ergreifen.

In jüngster Zeit kam es zu mehreren Verhaftungen im Zusammenhang mit diesen Aktivitäten. In der Region Kopenhagen wurden drei Erwachsene und ein Jugendlicher festgenommen, die mutmaßlich zum PHD-Netzwerk gehören. Einer der Festgenommenen, ein 20-jähriger Mann, befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Zudem wurden zwei Männer im Alter von 50 und 46 Jahren, die in Fyn und Nordjütland wohnhaft sind, wegen versuchter Vergewaltigung Minderjähriger angeklagt.

Es wird erwartet, dass in den kommenden Tagen weitere Anklagen erhoben werden. Die Polizei macht darauf aufmerksam, dass die Beteiligten an diesem Selbstjustizphänomen möglicherweise mehrere Gesetze brechen, darunter Gewalt, Bedrohung, Ehrverletzung und das illegale Verbreiten von diffamierenden Videos.

Dieser Bericht zeigt die Herausforderungen auf, denen die Polizei gegenübersteht, wenn es darum geht, die öffentliche Sicherheit in Zeiten der Digitalisierung zu gewährleisten. Die Öffentlichkeit wird dazu aufgerufen, keine Selbstjustiz zu betreiben und verdächtige Aktivitäten umgehend den Behörden zu melden. Weitere Informationen und Updates finden sich auf der Webseite der dänischen Polizei unter politi.dk.