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Hightech-Drohnen revolutionieren Inspektionen der Storebælt-Brücke

21.05.2024 8:58:01 | Storebælt, Region Syddanmark
© Dänemark.Guide: Das Bild wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) auf Basis des Textes erstellt. Es spiegelt nicht unbedingt die reale Situation wieder.

Drohnen ersetzen Kletterinspektoren bei der Wartung der Storebælt-Brücke und nutzen KI für eine effizientere und präzisere Erkennung von Betonschäden.

Mit dem Beginn des Frühjahrs können Autofahrer auf der Storebælt-Brücke in Dänemark ungewöhnliche Aktivitäten beobachten. Statt der bisher üblichen Kletterinspektoren, die sich mühsam an den Betontürmen abseilten, werden nun Drohnen eingesetzt, um die Struktur der Brücke zu überprüfen. Diese technologische Neuerung wird vom Betreiber Sund & Bælt eingeführt und soll dazu beitragen, die Inspektionen effizienter, sicherer und kostengünstiger zu gestalten.

Die Storebælt-Brücke, die seit ihrer Eröffnung im Jahr 1998 die dänischen Inseln Fünen und Seeland verbindet, ist ständigen Witterungseinflüssen und dem Gewicht des Verkehrs ausgesetzt. Bis heute wurde die notwendige Überprüfung der Betonpfeiler durch spezialisierte Kletterer durchgeführt, die dabei auf traditionelle Methoden wie Stift und Papier zurückgriffen. Der letzte dieser zeitaufwendigen Inspektionen fand im Jahr 2017 statt.

Nun jedoch übernimmt eine Flotte von Hightech-Drohnen diese Aufgabe. Ausgerüstet mit hochauflösenden Kameras starten die Drohnen ihre systematische Erkundung der Betonstruktur. Jedes Detail wird akribisch festgehalten und anschließend mittels eines auf künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Softwareprogramms analysiert. Diese Software ist in der Lage, bestehende Schäden wie Risse und Rost zu identifizieren und wird kontinuierlich verbessert, da sie durch jede neue Inspektion dazulernt.

Svend Gjerding, der Leiter des Bereichs Asset Operation bei Sund & Bælt, erläutert, dass die Nutzung der Drohnentechnologie die Inspektionsdauer drastisch verkürzt: Von mehreren Wochen auf wenige Tage pro Pfeiler. Die so gewonnenen Daten bieten nicht nur einen umfassenden Überblick über den aktuellen Zustand der Brücke, sondern ermöglichen auch präzisere Vorhersagen über zukünftige Schäden. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für präventive Wartungsmaßnahmen und trägt dazu bei, kostspielige Reparaturen zu vermeiden.

Die Einführung dieser Technologien dürfte die Lebensdauer der Brücke erheblich verlängern. Während bei der Eröffnung im Jahr 1998 eine Lebensdauer von rund 100 Jahren angenommen wurde, schätzt man nun, dass die Brücke dank der fortschrittlichen Inspektions- und Wartungstechniken noch ein weiteres Jahrhundert überdauern könnte. Dies hätte nicht nur erhebliche wirtschaftliche Vorteile, sondern würde auch einen bedeutenden Beitrag zum Umweltschutz leisten, indem Treibhausgasemissionen reduziert werden. Man rechnet mit einer CO2-Einsparung von etwa 274.000 Tonnen über 100 Jahre – das entspricht dem jährlichen Ausstoß von rund 20.000 Haushalten.

Das gesamte Verfahren beginnt mit dem Flug einer Drohne, die vom Boden aus durch einen Piloten gesteuert wird. Der Pilot nutzt ein Joystick-System, um die Drohne entlang eines vorgegebenen Musters über die Brücke zu navigieren. Nach dem Flug wird aus den gesammelten Daten eine detaillierte 3D-Modellierung der Betonschäden erstellt. Die KI-Algorithmen identifizieren die potenziellen Schwachstellen und markieren sie zur Überprüfung durch Ingenieure, die die endgültige Bewertung vornehmen. Falls die KI einen Schaden übersieht, können die Ingenieure diesen manuell hinzufügen und die Software so beim nächsten Mal weiter optimieren.

Nach Abschluss der Inspektion werden die Ergebnisse an Bauunternehmer übergeben, die sich um die notwendigen Reparaturen kümmern. Somit sorgt die Kombination aus Drohnentechnologie und KI für eine präzisere und effizientere Instandhaltung der Storebælt-Brücke.

Diese technologische Entwicklung markiert einen wichtigen Schritt in Richtung moderne Instandhaltung von Infrastruktur, die nicht nur die Sicherheit und Effizienz erhöht, sondern auch nachhaltig ökonomische und ökologische Vorteile bietet. Für Reisende, die in den kommenden Monaten die Storebælt-Brücke überqueren, bietet sich die Gelegenheit, ein Beispiel für den Einsatz zukunftsweisender Technologien in der Praxis zu sehen.