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Sankt-Hans-Feuer: Naturschützer warnen vor Gefahren für Wildtiere

20.06.2024 14:00:09 | Dänemark
Sankt-Hans-Feuer: Naturschützer warnen vor Gefahren für Wildtiere
© Dänemark.Guide: Das Bild wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) auf Basis des Textes erstellt. Es spiegelt nicht unbedingt die reale Situation wieder.

Naturschützer in Dänemark raten, Sankt-Hans-Feuer umzulagern, um Wildtiere wie Igel vor Verbrennungen zu schützen.

Die dänische Tradition des Sankt-Hans-Festes, das jedes Jahr am Abend des 23. Juni begangen wird, bringt nicht nur Freude und Gemeinschaft, sondern birgt auch unerwartete Gefahren für lokale Wildtiere. Vor allem Igel und kleine Vögel sind in besonderer Gefahr, wie die Organisation "Pindsvinevennerne i Danmark" warnt.

In Vorbereitung auf das Sankt-Hans-Feuer werden das ganze Jahr über Baum- und Strauchschnitt gesammelt, um große Scheiterhaufen zu errichten. Diese Holzstapel bieten allerdings auch den perfekten Unterschlupf für Igel, Mäuse, Frösche und verschiedene Vogelarten. Häufig bauen diese Tiere Nester oder suchen Schutz in den Haufen, ohne zu ahnen, dass ihr Zufluchtsort in naher Zukunft in Flammen aufgehen wird.

Annemarie Duus, Vorstandsmitglied der "Pindsvinevennerne i Danmark", betont, dass diese Tiere oft nicht die Möglichkeit haben, rechtzeitig zu entkommen. „Igel sind nachtaktive Tiere und schlafen tagsüber. Weder Hitze noch Lärm bringen sie dazu, sich in Sicherheit zu bringen. Ihr natürlicher Instinkt ist es, sich bei Gefahr kugelförmig einzurollen und still zu verharren“, erklärt sie.

Es ist daher essentiell, dass die Verantwortlichen der Sankt-Hans-Feuer die Scheiterhaufen kurz vor dem Entzünden nochmals umschichten. Dies sollte am besten am selben Tag geschehen, um sicherzustellen, dass keine Tiere im Inneren gefangen sind. So können potenziell hunderte Tiere vor einem qualvollen Tod bewahrt werden.

Die "Pindsvinevennerne i Danmark" arbeiten eng mit mehreren Wildtier-Pflegestationen zusammen und verzeichnen jedes Jahr zahlreiche Fälle von Igeln, die schwer verbrannt in die Stationen gebracht werden. „Die Stacheln der Igel beginnen zu schmelzen und ihre dunkle Haut macht es schwer, die Verbrennungen sofort zu erkennen“, berichtet Duus. Die Pflege solcher verletzten Tiere ist langwierig und kann bis zu sechs Monate dauern, da die Igel ihre Stacheln erst wieder vollständig nachwachsen lassen müssen, bevor sie zurück in die Freiheit entlassen werden können.

Die Organisation mahnt zur Wachsamkeit und bietet eine Notfall-Hotline an, die kontaktiert werden kann, wenn verletzte oder gefährdete Igel gefunden werden. Dies bietet eine dringend benötigte Unterstützung und stellt sicher, dass die betroffenen Tiere schnellzeitig die notwendige Pflege erhalten.

Für das deutsche Publikum ist es ebenfalls von Interesse, da ähnliche Traditionen, wie das Osterfeuer, begangen werden. Auch hier gilt: Wer einen Holzstapel oder einen Haufen aus Grünabfällen für ein Feuer vorbereitet, sollte diesen unmittelbar vor dem Entzünden auf Anzeichen von Tierlebewesen überprüfen oder im besten Fall den Stapel komplett neu aufbauen.

Abschließend lässt sich sagen, dass das Sankt-Hans-Fest eine wunderbare Tradition ist, die Gemeinschaft und Festlichkeit fördert. Gleichzeitig jedoch sollte ein Bewusstsein dafür entwickelt werden, dass dieser Brauch auch ernsthafte Gefahren für die lokale Tierwelt mit sich bringen kann. Mit ein wenig Achtsamkeit und verantwortungsbewusstem Handeln kann jedoch jeder dazu beitragen, unsere tierischen Nachbarn zu schützen, ohne den festlichen Spaß zu schmälern.