fbpx
Skip to main content

Traditionsreiche Märkte in Dänemark im Wandel: Neue Anbieter ersetzen altbewährte Händler

10.06.2024 19:00:05 | Hjallerup, Region Nordjylland
© Dänemark.Guide: Das Bild wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) auf Basis des Textes erstellt. Es spiegelt nicht unbedingt die reale Situation wieder.

Der Wandel traditioneller Märkte in Nordjütland: Neue Anbieter und politische Stände ersetzen die rückläufigen traditionellen Händler auf Hjallerup und Sindal Märkten.

Dänemarks traditionelle Flohmärkte, eine Attraktion für Einheimische und Besucher gleichermaßen, stehen vor einem bedeutsamen Wandel. Besonders deutlich zeigte sich dies Anfang Juni auf dem Hjallerup Marked, einem der bekanntesten Märkte im Norden Jütlands. Trotz des Ausverkaufs all ihrer Stände bereitet die Veränderung der Anbieter Sorgen.

Hjallerup Markeds Vorsitzender, Stefan Jacobsen, betont die intensive Arbeit, die in die Sicherstellung einer vollen Standbelegung investiert wurde. „Wir sind auf andere Märkte gegangen und haben direkt mit den Standinhabern gesprochen“, so Jacobsen. Ein Besuchermagnet ist das Hjallerup Marked allemal, jährlich lockt es rund 200.000 Gäste an. Aber die Entwicklung ist prekär.

Auch Henrik Pedersen, Sprecher des Sindal Markeds, teilt ähnliche Bedenken. Das Sindal Marked, das jedes Jahr circa 35.000 Besucher anzieht, kämpft ebenfalls mit dem Rückgang der traditionellen Händler. Viele dieser sogenannten Kræmmere haben ihren Fokus durch die Pandemie verlagert. Die Beschränkungen während der Corona-Zeit ließen viele von ihnen auf Online-Vertrieb umsteigen, was sich als deutlich lukrativer erwies.

Die Pandemiezeit hat also nicht nur das Angebot auf den Märkten verändert, sondern möglicherweise auch strukturelle Veränderungen innerhalb der Kræmmere-Familien initiiert. „Einige Familienbetriebe fanden keinen Nachfolger, der bereit wäre, das Geschäft fortzuführen“, erklärt Pedersen weiter.

Jedoch wird das Terrain nicht gänzlich aufgegeben. Stattdessen tauchen neue Arten von Marktteilnehmern auf. Neben traditionellen Schmuck- und Modehändlern findet man zunehmend spezialisierte Anbieter, die beispielsweise lokal produzierte Honigsorten oder innovative Produkte wie Massagestühle präsentieren. Zudem sind Werbestände von Mobilfunkanbietern und Versicherungen keine Seltenheit mehr.

Ein weiteres Phänomen ist das Engagement politischer Parteien. Auf dem Hjallerup Marked wurde der beginnende Wahlkampf zum Europäischen Parlament deutlich spürbar. Jacobsen konstatiert, dass sich der Markt verändern muss, um weiterbestehen zu können: „Wir müssen Marktfeste neu denken. Ein Markt ohne Kræmmere ist eben kein Kræmmermarked mehr.“

Ein besonderes Jahr wird 2025, wenn sowohl das Hjallerup Marked als auch das Sindal Marked zeitgleich stattfinden werden. Aufgrund ihrer geografischen Nähe von nur 40 Kilometern ist dies eine Herausforderung und führt zu Bedenken, ob genügend Händler für beide Veranstaltungen gewonnen werden können.

Am Ende bleibt die Hoffnung. Trotz der Unsicherheiten melden sich viele Standbetreiber bereits für das kommende Jahr an. Für das Sindal Marked bleiben jedoch 100 bis 150 Standplätze zu besetzen, was eine anspruchsvolle Aufgabe darstellen wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die traditionellen Märkte in Nordjütland im Wandel begriffen sind. Die Integration neuer Marktteilnehmer und die Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen werden entscheidend dafür sein, wie sich diese Kulturveranstaltungen in Zukunft entwickeln werden.