Die Stadt Vejle an der dänischen Ostküste entwickelt sich in diesen Tagen eindrucksvoll als Bühne für internationale Street Art. Im Rahmen des DGI Landsstævne, einer der größten Bewegungs- und Sportveranstaltungen des Landes, wird die zentrale Vestre Engvej für drei Tage – vom Donnerstag, 26. Juni, ab 21 Uhr bis Samstagabend – in ein offenes Galerieerlebnis verwandelt. Zwanzig Künstlerinnen und Künstler aus Ländern wie Spanien, Marokko, Polen, Portugal, England, Frankreich und dem Gastgeberland schaffen direkt vor Ort insgesamt 18 einzigartige Kunstwerke auf großformatigen Betonwänden.

Gerade für Besucher aus Deutschland ist dieser temporäre Kunst-Spot von besonderem Interesse: Die Werke, die live und unter freiem Himmel entstehen, spiegeln nicht nur unterschiedliche künstlerische Handschriften wider, sondern machen auch Entwicklungen urbaner Kunst in Skandinavien und Westeuropa erfahrbar. Der Austausch zwischen lokalen und internationalen Kunstschaffenden sorgt für innovative Ausdrucksformen. Die Veranstalter legen zudem Wert auf die nachhaltige Nutzung: Nach dem Ende des DGI Landsstævne werden die bemalten Wände auf verschiedene Schulen im Vejle-Gebiet verteilt. Dort können Kinder und Jugendliche in den kommenden Jahren Kunst in ihrem direkten Alltag erleben und sich mit urbaner Kultur auseinandersetzen.

Für deutsche Reisende, die für Kurztrips nach Jütland planen, bietet sich mit dem Street-Art-Projekt eine Gelegenheit, zeitgenössische Kunst außerhalb von Museumsräumen zu erkunden. Auch im Hinblick auf Inklusion und die Förderung von Jugendlichen verfolgt die Kommune Vejle mit diesem Projekt klare Ziele. Erfahrungen aus ähnlichen Initiativen zeigen, wie sehr der öffentliche Raum verändert werden kann – auch in Bezug auf eine positive Wahrnehmung des urbanen Lebensstils. Alle teilnehmenden Künstler und ihre bisherigen Arbeiten lassen sich digital einsehen. Die Aktion unterstreicht einmal mehr den skandinavischen Ansatz, Bürger partizipativ in Kulturprojekte einzubinden.