Das diesjährige Kulturfestival „Sommersus i Bakkerne“ in Bramslev Bakker, nahe dem Mariager Fjord, wäre beinahe abgesagt worden: Nur rund 250 Tickets waren wenige Wochen vor Beginn verkauft. Statt vorschnell das Aus zu verkünden, reagierten die Organisatoren beherzt – sie machten die Veranstaltung komplett kostenfrei. Dieser Entschluss entfaltete eine überraschende Wirkung. Innerhalb weniger Tage vervielfachte sich der Besucherandrang, so dass schließlich mehr als 5.000 Gäste aus dem In- und Ausland die idyllische Hügelregion bevölkerten.

Das anfänglich drohende Defizit wandelte sich so in einen Zugewinn: Mikrospenden von Privatpersonen, Einnahmen aus dem Verkauf von Getränken und Speisen, Parkgebühren und großzügige Sponsoren machten es möglich, das Festival sogar mit einem Plus abzuschließen. Das gesamte finanzielle Überschussvolumen soll nun vollständig an lokale Projekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche fließen.

Für Besucher aus Deutschland bietet das Konzept der Veranstaltung einige interessante Aspekte: Die Nähe des Veranstaltungsortes zur deutschen Grenze, das musikalisch und inhaltlich abwechslungsreiche Programm sowie die Offenheit für internationale Gäste machen „Sommersus i Bakkerne“ besonders anziehend. Besonders hervorzuheben ist auch die breite gesellschaftliche Unterstützung – neben dem normalen Publikum engagierten sich Unternehmen aus ganz Jütland, Politiker und Privatpersonen.

Musikalisch glänzte das Festival mit Auftritten namhafter dänischer Künstler und einer besonderen Kooperation mit Theatern und Kommunen. Neben Konzerten gab es kulturelle Rahmenpunkte wie Diskussionsrunden, Theater und Kinderprogramme. Im Mittelpunkt stand stets der Leitgedanke der Gemeinschaft – ein Aspekt, der sich über alle Landesgrenzen hinweg nachvollziehen lässt.

Für das Folgejahr plant der Verein „Bramslev Bakkers Venner“ eine Fortsetzung. Allerdings wird eine Vorfinanzierung über Ticketverkauf und Spenden nötig: Bis zum Jahreswechsel müssen mindestens 800.000 Kronen zusammenkommen, damit es 2026 erneut ein Festival gibt. Tickets gehen nächste Woche in den Verkauf. Wird das Finanzierungsziel nicht erreicht, erhalten Käufer ihr Geld zurück. Der Festivalort bleibt als grünes, familienfreundliches Ziel damit weiterhin attraktiv – und die Chance, aktiv einen Beitrag für soziale Projekte zu leisten, dürfte besonders für deutsche Urlauber und Kulturinteressierte reizvoll sein.