Im Tirpitz-Museum an der dänischen Westküste startet ab sofort die Sonderausstellung „Efter krigen“, die sich mit der bewegten Zeit unmittelbar nach der Befreiung Dänemarks beschäftigt. Obwohl das Land offiziell am 5. Mai 1945 seine Freiheit wiedererlangte, hinterließen die vorhergehenden fünf Jahre der Besatzung deutliche Spuren – nicht nur in Form von Ruinen oder persönlichen Schicksalen, sondern auch als sehr konkrete Gefahren für die Zivilbevölkerung: Entlang der Küstenregionen befanden sich noch im Sommer 1945 etwa 1,4 Millionen Minen, die von deutschen Truppen hinterlassen wurden. Daneben gab es tausende Bunker sowie Waffen- und Munitionsdepots, die gesichert und entsorgt werden mussten.
Ein weiteres zentrales Thema der Ausstellung sind die komplexen Aufgaben, die sich durch die Anwesenheit von etwa 270.000 Geflüchteten aus Deutschland ergaben. Die logistische und humanitäre Bewältigung dieser Situation prägte für viele Jahre das gesellschaftliche Leben vor allem in Westjütland und Nordschleswig und führte zu einschneidenden Veränderungen für beide Seiten der Grenze. Die Ausstellung zeigt mit zahlreichen Originalobjekten, anschaulichen Grafiken und Zeitzeugenberichten den oft improvisierten Alltag dieser Phase der Nachkriegsordnung.
Von besonderem Interesse für internationale Besucher wie aus Deutschland: Viele Informationen und Ausstellungstexte sind auf Deutsch, Dänisch und Englisch verfügbar. Dadurch wird es deutschen Besuchern ermöglicht, Details über das Schicksal jener deutschen Soldaten und Zivilisten, die nach Kriegsende in Dänemark verweilten, umfassend nachzuvollziehen. Auch die Rolle des berühmten Tirpitz-Stützpunktes selbst nach 1945 und was aus dem Materialbestand der Befestigungsanlagen wurde, wird in der Ausstellung umfassend dokumentiert.
Für Familien attraktiv: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Das Museum befindet sich in Blåvand nahe Esbjerg, eine Region, die deutsche Urlauber besonders im Sommer schätzen. Ein Besuch kann so einen informativen Einblick in den bislang wenig beachteten Teil der europäischen Nachkriegsgeschichte bieten.
