Eines der größten Mittelaltermärkte Skandinaviens findet auch dieses Jahr auf Voergård Slot im Norden Jütlands statt. Zwischen dem 12. und 19. Juli verwandelt der Verein Vendsyssel Levende Historie das Anwesen in das Jahr 1533 – das letzte Jahr, bevor die Reformation ihren Weg nach Dänemark fand und der katholische Bischof Stygge Krumpen aus Voergård vertrieben wurde.
Besucher haben die Möglichkeit, das Leben auf Schloss Voergård zu Stygge Krumpens Zeiten hautnah zu erleben. Die Organisatoren legen großen Wert darauf, die Atmosphäre der damaligen Zeit authentisch wiederzugeben: Über 50 Buden bieten handgefertigte Waren wie Keramik, geflochtene Körbe und mittelalterliche Schuhe an. Für deutsche Besucher eröffnen sich damit seltene Einblicke in eine Epoche, die auch in der eigenen europäischen Geschichte bedeutsam war.
Das Marktgelände ist lebendig gestaltet: Kinder versuchen sich im Gaukeln, nehmen an Spielen teil oder beobachten fasziniert die Flugkünste großer Greifvögel beim täglichen Falknerspektakel. Wer möchte, kann gegen eine kleine Gebühr sogar einen der Vögel aus der Nähe halten. Soldaten, Gaukler und mittelalterlich gekleidete Bewohner – niemand trägt Armbanduhren oder nutzt Smartphones – bewegen sich durch das Gelände und hauchen der Geschichte Leben ein.
Für das leibliche Wohl sorgen Speisen nach alten Rezepten. Geschichte wird zudem in didaktischen Vorführungen erlebbar, etwa im Schulunterricht der damaligen Zeit oder in kleinen theatralen Szenen, die Alltag und Konflikte von einst illustrieren. Auch die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen dem katholischen Bischof Stygge Krumpen und Elsebeth Gyldenstjerne wird anschaulich thematisiert.
Das breite Programm wird allein durch das Engagement von 300 bis 400 Freiwilligen möglich gemacht. Sie gestalten ein Erlebnis, das laut Veranstaltern jährlich fast 20.000 Gäste anzieht. Gerade Familien schätzen das Angebot in der dänischen Sommerferienwoche. Für Ausflügler aus Norddeutschland bietet sich eine lohnende Gelegenheit, ein authentisches Mittelalterspektakel in nächster Nachbarschaft zu besuchen. Die Veranstaltung ist vom Wetter abhängig, doch die Besucherzahlen zeigten sich in den letzten Jahren stabil. Geöffnet ist täglich von 10 bis 17 Uhr bis einschließlich Samstag, 19. Juli.
