Die Polizei im Süden und Südjütland hat erneut mehrere Anzeigen wegen vermuteter Verabreichung von K.O.-Tropfen bei der diesjährigen Ringreiterfest in Sønderborg erhalten. Insgesamt zehn Vorfälle wurden gemeldet – allein vier dieser Anzeigen sind am vergangenen Wochenende hinzugekommen. Die betroffenen Personen schildern übereinstimmende Symptome, nachdem sie auf dem Festgelände nach dem Konsum von Getränken plötzlich ein starkes Unwohlsein verspürten.
Drei der neuen Anzeigen betreffen Frauen aus unterschiedlichen Kommunen zwischen 33 und 40 Jahren, die alle berichten, am Samstag auf dem Fest Symptome einer möglichen Vergiftung erlitten zu haben. In einem weiteren Fall fiel einer Frau auf, dass mit einem Getränk etwas nicht stimmte, sodass sie es nicht annahm. Dank dieser Aufmerksamkeit blieb sie vermutlich vor Schaden bewahrt.
Die Polizei ordnet solche Vorfälle als schwere Straftaten ein. In diesen Fällen kommt es zur Entnahme von Blut- und Urinproben, wobei die Zeitspanne zwischen Vorfall und Probenentnahme entscheidend ist: Je früher eine Probe genommen wird, desto besser lässt sich ein Fremdstoff nachweisen. Die Untersuchungen der ersten Proben stehen derzeit noch aus.
Die Ermittler sind aktuell dabei, die Zusammenhänge zwischen den Fällen zu prüfen. Alle betroffenen Personen werden medizinisch begleitet, um Spuren sicherzustellen und mögliche Täter zu identifizieren. Ob die Fälle miteinander in Verbindung stehen oder Einzelphänomene darstellen, ist noch nicht abschließend geklärt.
Da in der Sommerzeit in Dänemark viele Feste und Musikveranstaltungen besucht werden, richtet die Polizei einen dringenden Appell an alle Feiernden, Vorsicht walten zu lassen: Getränke sollten niemals unbeaufsichtigt stehen gelassen oder von Unbekannten angenommen werden. Gerade bei grenznahen Veranstaltungen empfiehlt sich besondere Aufmerksamkeit, da auch viele Gäste aus Deutschland erwartet werden.
Personen, die sachdienliche Hinweise zu den Vorfällen geben können, werden gebeten, sich telefonisch beim Polizeiservice zu melden. Die Behörden betonen, dass jede Information helfen kann, zur Aufklärung beizutragen und potenzielle Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Besucher solcher Veranstaltungen – auch aus Deutschland – sollten sich der Risiken bewusst sein und im Verdachtsfall sofort Kontakt zur Polizei suchen.
