Das Sea War Museum Jutland zeigt derzeit ein einzigartiges Exponat: das originale Flagge des deutschen Kreuzers Wiesbaden, das während der Skagerrakschlacht (auch bekannt als Seeschlacht am Skagerrak) am 31. Mai und 1. Juni 1916 verloren ging. Für Geschichtsinteressierte aus Deutschland bietet der Museumsbesuch spannende Einblicke in einen bedeutenden Moment der Marinegeschichte im Ersten Weltkrieg, der für beide Nationen einschneidende Folgen hatte.

Die tragische Geschichte hinter dem Fund des Flaggenrelikts liefert Details, die selten publik gemacht werden. Wenige Stunden nach Ende der Gefechte steuerte der Kapitän Alfred Carlsen aus Svendborg mit seiner Schoner Laurits das zerstörte Seegebiet an. Überall trieben die Leichen deutscher und britischer Seeleute – traurige Zeugen der erbitterten Schlacht. Um ihnen Frieden zu ermöglichen, trennten Carlsen und seine Crew schwimmende Rettungsgürtel auf, damit die Körper versanken. Es gab zu diesem Zeitpunkt bereits viele Möwen, die die leblosen Körper angriffen.

Im Wasser entdeckte die Besatzung der Laurits nicht nur mehrere Matrosenmützen, gekennzeichnet mit dem Namen Wiesbaden, sondern auch ein deutsches Flaggenbanner. Dieses wurde nach der Rückkehr nach Dänemark von Alfred Carlsen aufbewahrt und über Generationen in der Familie weitergegeben. Erst 100 Jahre später, zum Gedenken an das Ende der Skagerrakschlacht, wurde das Flagge feierlich an das Sea War Museum Jutland übergeben. Das historische Stück ist in einem gesonderten Ausstellungsbereich zu sehen.

Für deutsche Besucher bietet die Dauerausstellung des Museums in Thyborøn einen seltenen Blick auf Artefakte, die die Perspektive deutscher und britischer Seeleute gleichberechtigt würdigen. Das Museum ist täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.