Im Westen Jütlands, unweit von Viborg, erwacht eine besondere Landschaft zum Leben: Mønsted Kalkgruber, bekannt als das größte Kalkbergwerk der Welt, bietet diesen Sommer ein außergewöhnliches Erlebnis für Besucher. Ab dem 19. August beginnt eine Reihe spezieller, abendlicher Klangwanderungen. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Menschen, die neugierig auf alternative Museumsformate und die Verbindung von Natur und Geschichte sind.
Die geführte Wanderung – empfohlen ab 12 Jahren und mit einer Strecke von ca. zwei Kilometern – findet entlang eines abwechslungsreichen Naturpfads statt. Mit bereitgestellten Kopfhörern bewegen sich die Teilnehmenden durch die hügelige Umgebung, vorbei an uralten Dolinen, die vom jahrhundertelangen Bergbau zeugen. Während des Spaziergangs erleben sie eine Verschmelzung von Erzählungen, Klanglandschaften und authentischen Naturgeräuschen. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des Kalkabbaus, welche durch künstlerische und poetische Elemente erweitert wird. So werden Wissen und Emotionen auf eine ganz neue Weise vermittelt.
Anders als die typischen Führungen im Kalkstollen, bleiben die Teilnehmer dieses Mal ausschließlich an der frischen Luft und erleben das Areal nach Sonnenuntergang. Realisiert wird das innovative Format in Kooperation zwischen dem lokalen Theater Fluks und Teater Seachange. Ermöglicht wird das Erlebnis durch regionale Kulturförderungen, unter anderem durch die Region Midtjylland und die Jyske Kunstfond.
Für Besucher von außerhalb – etwa aus Deutschland – bietet sich die Klangwanderung als neues Ausflugsziel auf Reisen durch Jütland an. Die Veranstaltung schafft nicht nur einen sinnlichen Zugang zur Industriegeschichte, sondern gibt auch Einblick in dänische Kulturvermittlung. Praktische Hinweise: Startpunkt und Tickets sind vor Ort an der Adresse Kalkværksvej 8, 7850 Stoholm erhältlich. Hunde sind auf dem Rundgang nicht erlaubt, und das Angebot ist wegen der unebenen Wege nicht barrierefrei.
Das Projekt belegt, dass auch klassische Industriestätten mit modernen Erlebniskonzepten für ein breites Publikum attraktiv gemacht werden können.
