In der norddänischen Hafenstadt Hirtshals befindet sich Europas größter Wellen- und Strömungstank. Im Flume Tank North Sea werden Modelle von Fischernetzen, Trawl-Systemen, Unterwasserausrüstung sowie Zuchtanlagen unter realitätsnahen Bedingungen geprüft. Dabei spielen sowohl Strömungsverhalten als auch Wellenbelastung eine Rolle. Für die maritimen Branchen ist die Anlage ein bedeutendes Testlabor.

Am Mittwoch, dem 13. August 2025, öffnete der Flume Tank seine Pforten für Besucher und Experten. Die Tests finden direkt am Hafen, im Nordsøen Forskerpark, statt und ziehen regelmäßig Entwickler und Forscher aus ganz Europa an.

Der große Mehrwert für Unternehmen und Forschungseinrichtungen liegt in der Möglichkeit, Prototypen unter kontrollierten Umständen ausführlich zu erproben, lange bevor sie in der raue Nordsee eingesetzt werden. Damit wird nicht nur die Qualität verbessert, sondern auch die Sicherheit erhöht und Innovation unterstützt. Besonders für internationale Firmen bietet Hirtshals eine zentrale Anlaufstelle, um Entwicklungsprozesse zu beschleunigen.

Einzigartig ist auch die Spezialisierung der dortigen Ingenieure: Die Modellfertigung für Netze, Trawl- und Aquakulturanlagen nimmt weltweit eine Sonderstellung ein. Der Wissenstransfer zwischen den ortsansässigen Unternehmen im Hafenmilieu und wissenschaftlichen Einrichtungen trägt maßgeblich zu den technologische Fortschritten bei.

Interessant für deutsche Firmen: Auch deutsche Akteure aus Fischerei, Meerestechnik und Aquakultur können den Flume Tank für eigene Experimente oder Kooperationsprojekte nutzen. Der Zugang zu derartigen Testanlagen ist im europäischen Vergleich begrenzt, weshalb Hirtshals hier eine besondere Rolle einnimmt.

Für viele mittelständische Betriebe und Start-ups ergibt sich die Chance, Prototypen zu erproben, ohne den Aufwand eines eigenen Strömungstanks zu betreiben. Ebenso profitieren Ausbildungsstätten und Hochschulen vom Standort, indem sie praxisnahe Forschung und Entwicklung fördern können.

Die Bedeutung solcher Testeinrichtungen wächst, da die Herausforderungen bei nachhaltiger Nutzung mariner Ressourcen und der Entwicklung neuer Technologien weiter zunehmen. Hirtshals festigt mit dem Flume Tank damit seine Position als ein wichtiges europäisches Zentrum für maritime Innovation.