In Asaa verwandelt sich das alte Jernstøberiet an den Wochenenden 23./24. und 30./31. August jeweils von 11 bis 15 Uhr in eine Bühne für lokale Kunst: Anne-Grethe und Carsten Kierstein werden dort ihre Werke ausstellen. Für Besucher aus Deutschland interessant: Die Ausstellung bietet einen tiefen Einblick in nordjütländisches Kunstschaffen – mit der besonderen Note zweier Künstlerbiografien, die geprägt sind von internationaler Erfahrung und regionaler Verbundenheit.
Das Paar lebt nördlich von Dronninglund mit Blick auf den Storskoven. Anne-Grethe, die ihre Ausbildung an der Kunsthåndværkerskole Kolding absolvierte, begann ihre Laufbahn als Keramikerin in Kolding. Besonders erwähnenswert: Ihre Arbeiten fanden auch in Deutschland und der Schweiz Abnehmer – sie zeigte also bereits früh internationales Engagement. Ihr späterer Wechsel in den sozialen Bereich führte sie in eine integrative Einrichtung, wo der kreative Austausch mit Erwachsenen mit Behinderung für sie zur persönlichen Erfüllung wurde. Sie brachte neben eigenem Schaffen auch pädagogische Fähigkeiten ein und berichtet, wie sie als junge Lehrerin Kinder und Erwachsene inspirieren konnte.
Carsten Kierstein, ehemals Lehrer und Museumspädagoge, bleibt der Malerei nach über 60 Jahren kontinuierlich treu. Französische Landschaften, insbesondere der bekannte Mont Ventoux, inspirierten zahlreiche seiner Bilder, die nun in Asaa zu sehen sind. Seine Werke verbinden Landschaftsmalerei mit nicht-figurativer Kunst und spannen so einen weiten Bogen zwischen Motiv und Abstraktion. Die praktische Herangehensweise mit verschiedenen Techniken wie Öl und Acryl steht dabei für ein breites Spektrum an visuellen Eindrücken – etwas, das gerade für kunstinteressierte Besucher aus dem Ausland reizvoll sein dürfte.
Das Jernstøberiet selbst lockt nicht nur durch die ausgestellten Werke, sondern auch als stimmungsvoller Veranstaltungsort. Als ehemalige Fabrikhalle bleibt der industrielle Charakter erhalten, was sowohl Atmosphäre als auch Präsentation der Werke unterstreicht. Wer Interesse an nordischer Kunst, kreativen Lebensläufen und generationsübergreifender Arbeit in Nordjütland hat, sollte die Gelegenheit zu einem Besuch nutzen. Der Eintritt ist frei.
