Ein Meilenstein der maritimen Geschichte wird 2025 in Dänemark gefeiert: Die Dreimast-Skonnert Fulton aus Marstal begeht ihr 110-jähriges Jubiläum. Seit dem Stapellauf am 26. März 1915, der mit Schwierigkeiten begann, entwickelte sich das Schiff zu einem Symbol dänischer Seefahrtskultur. Trotz anfänglicher Pannen blieb die Fulton nahezu unversehrt und überstand zahlreiche Jahrzehnte auf See. Ursprünglich für den Transport von Klippfisch zwischen Neufundland und Südeuropa gebaut, nahm sie bald unterschiedliche Handelsaufgaben wahr, darunter das Verbringen von Zement, Getreide und Holz durch dänische Gewässer.

Ein entscheidender Wandel geschah in den 1970er Jahren, als das Nationalmuseum die Fulton übernahm, restaurierte und ihr neues Leben als Bildungsplattform schenkte. Seitdem dient sie unter anderem als Dänemarks erstes Lejrskoleskib – ein einzigartiges Angebot, bei dem Schulklassen das Leben an Bord kennenlernen. Abwechslungsreiche Tätigkeiten wie Kochen, Segelsetzen und gemeinschaftliches Putzen vermitteln wichtige Kompetenzen und ein Gefühl von Gemeinschaft.

Seit 2017 ist das Schiff zudem im sozialen Bereich aktiv: In Zusammenarbeit mit der Kommune Esbjerg erhalten Jugendliche in herausfordernden Lebenslagen die Möglichkeit, als „Esbjerg Matrosen“ für mehrere Wochen an Bord zu leben und zu arbeiten. Studien bestätigen nachhaltige positive Effekte auf Selbstbewusstsein und Fähigkeiten der Teilnehmer.

Das Jubiläumsjahr wird mit einer außergewöhnlichen Tour durch 25 dänische Häfen begangen. Besonders für deutsche Interessierte, die einen Blick auf gelebte Schifffahrtsgeschichte werfen möchten, lohnt sich ein Besuch: Fulton macht am 17. September 2025 in Thisted Station. Traditionssegler wie die Fulton sind in Nordeuropa selten noch im aktiven Einsatz und bieten eine Erfahrung, wie sie moderne Schiffe nicht vermitteln können. Auch bei kurzen Törns kann man die raue Seeluft spüren und einen Eindruck von der Bedeutung der Schifffahrt für Dänemarks Entwicklung gewinnen.