Im Spätsommer und Frühherbst zieht das Wattenmeer in der Region Rømø und Tønder viele Naturbegeisterte an. Besonders beeindruckend sind hier die seltenen Naturphänomene „Sort Sol“ (schwarze Sonne) und „Hvid Sol“ (weiße Sonne), die sich besonders intensiv rund um die Nationalparkgebiete an der Westküste Jütlands beobachten lassen.
Die schwarze Sonne entsteht, wenn während des Vogelzugs riesige Schwärme von Staren am Himmel tanzen und dichte Muster bilden. Über den Feuchtgebieten sammeln sich zehntausende Vögel kurz vor Sonnenuntergang, um sich auf ihre Nachtquartiere vorzubereiten. Die Formationen verändern sich kontinuierlich und geben Beobachtern eine faszinierende Vorstellung davon, wie beeindruckend und koordiniert die Tierwelt agieren kann. Für viele Tierfreunde aus Deutschland ist dieses Naturschauspiel ein guter Grund für einen Ausflug an die dänische Westküste, insbesondere auf die Insel Rømø und rund um Tønder.
Etwas weniger bekannt, aber nicht weniger faszinierend, ist die „weiße Sonne“. Dieses Phänomen wird durch Schwärme von Alpenstrandläufern hervorgerufen, sogenannten Rylern, die in Windeseile wie glitzernde Wolken über das Watt fliegen. Während die Stare ein dunkles Schauspiel bieten, reflektieren die hellen Vögel der „weißen Sonne“ auffällig das Sonnenlicht. Beide Phänomene sind dabei von der gleichen Landschaft sowie dem Rhythmus der Gezeiten abhängig – ein spektakulärer Einblick in das Zusammenspiel zwischen Natur und Vogelwelt.
Reisende aus Deutschland profitieren von der guten Erreichbarkeit der Region per Auto, Fähre und Bahn. Eine vorherige Information über die besten Beobachtungszeiten und -orte ist empfehlenswert. Die Dänische Ornithologische Gesellschaft bietet regelmäßig aktuelle Hinweise und Hintergrunderklärungen. Wer diese einzigartigen Momente erleben möchte, sollte wetterfeste Kleidung mitbringen und sich Zeit nehmen, um das beeindruckende Tierleben in Ruhe zu beobachten.
