Aalborg gedenkt mit seinem ersten Stolperstein einem bedeutenden Widerstandskämpfer der Stadtgeschichte. Am Donnerstag, den 28. August 2025, wurde auf dem Gabels Torv in Aalborg ein Stolperstein zur Erinnerung an Poul Larsen verlegt. Anlass war nicht nur die offizielle Ehrung, sondern auch der 113. Geburtstag Larsens, der an diesem Tag gefeiert wurde. Der Ort der Verlegung – direkt vor der früheren Polizeistation, an der Larsen tätig war – erhielt somit eine besondere symbolische Bedeutung.
Poul Larsen, geboren und aufgewachsen in Aalborg, war eine zentrale Figur im dänischen Widerstand während der nationalsozialistischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Er unterstützte unter anderem den Empfang des ersten Fallschirmagenten in Frederikshavn, beteiligte sich an der Organisation von Fluchtrouten nach Schweden und half bei Waffenabwürfen sowie Sabotageaktionen im Großraum Aalborg. Diese Aktivitäten machten ihn zu einem wichtigen Bindeglied zwischen verschiedenen Widerstandsnetzwerken in Nordjütland.
Am 10. März 1945 wurde Poul Larsen vom deutschen Besatzungsregime zum Tode verurteilt und in Ryvangen nahe Kopenhagen hingerichtet. Sein Engagement und die damit verbundenen Risiken unterstreichen die schwierigen Bedingungen, unter denen viele Dänen in den 1940er-Jahren lebten und Widerstand leisteten. Dass nun ein Stolperstein in Aalborg an ihn erinnert, ist ein sichtbares Zeichen für das kollektive Gedenken an die Opfer und Akteure dieser Zeit.
Für internationale Besucher und deutschsprachige Bürger:innen bietet die Verlegung einen Anlass, sich mit den bisher weniger bekannten Geschichten des dänischen Widerstands auseinanderzusetzen. Stolpersteine, ursprünglich eine deutsche Initiative, gewinnen in Dänemark zunehmend an Bedeutung und fördern den transnationalen Dialog über gemeinsame Erinnerungsorte.
