Am 1. September 2025 wurde im Hafen von Hirtshals ein neuer Rekord aufgestellt: 9.440 junge Sorthummer (Europäischer Hummer) fanden ein neues Zuhause an der äußeren östlichen Mole des Hafens. Diese Maßnahme ist Teil des Hummerprojekts des Nordsøen Oceanariums, das sich dem Schutz und der Erhaltung des lokalen Hummerbestands in der Nordsee widmet. Für das international renommierte Aquarium war dies die größte einmalige Aussetzung von Sorthummern in der Geschichte des Projekts.
Mit dieser Aktion überschritt das Nordsøen Oceanarium die Marke von 32.000 ausgesetzten Humboldtieren in der Nordsee. Das gezielte Aussetzen junger Hummer dient nicht nur zum Schutz der Art, sondern trägt auch zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Meeresressourcen bei. Die Hummer wachsen in speziell eingerichteten Aquarien im Oceanarium auf, bevor sie an der Ostpier von Hirtshals in ihr natürliches Habitat entlassen werden. Das Projekt setzt auf enge Zusammenarbeit mit dem Hafen, der die Umgestaltung eines Molenabschnitts in eine ‚Hummer-Kinderstube‘ ermöglichte.
Für deutsche Leser und Akteure aus dem Bereich Meeres- und Fischereischutz bietet das Projekt interessante Einblicke: Während die Hummerbestände in vielen Teilen Europas im Rückgang begriffen sind, zeigt das Beispiel Hirtshals, dass durch gezielte Nachzucht und Aussetzung die Erholung einer lokalen Population möglich ist. Dies könnte für die deutschen Küstenregionen Modellcharakter haben, etwa im Rahmen von Artenschutzprojekten an der Nordsee oder Ostsee.
Das Hummerprojekt in Hirtshals unterstreicht die Bedeutung regionaler Initiativen für den Erhalt der marinen Biodiversität. Darüber hinaus demonstriert es, wie Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, örtlichen Behörden und der Wirtschaft zum Erhalt einer bedrohten Art beitragen kann. Weitere Aussetzungen sind bereits geplant – das Engagement für den Europäischen Hummer in der Nordsee setzt damit deutliche Zeichen für die Zukunft der marinen Ökosysteme.
