In Egtved, einem kleinen Ort in der Vejle Kommune, versammelten sich am Mittwoch rund 150 Einwohner trotz Nebel und Kälte, um den Rohbau des neuen Erlebniszentrums „Egtvedpigens Verden“ zu feiern. Das Zentrum ist einem der wichtigsten archäologischen Funde Skandinaviens gewidmet, dem Grab der sogenannten Egtved-Mädchen, einer Jugendlichen aus der Bronzezeit vor etwa 3.500 Jahren.
Das Bauprojekt genießt starke Unterstützung der Gemeinde und wurde maßgeblich durch die Nordea-Stiftung gefördert. Insgesamt 45 Millionen Kronen fließen in das Projekt, das Teil einer größeren Initiative für den „Hærvej“ – einen historischen Pilgerweg – ist. Ziel ist es, mehr Familien und Touristen anzuziehen und die regionale Identität zu stärken.
Das Erlebniszentrum, das ab Juni nächsten Jahres eröffnen soll, wird vor allem Kindern und Familien spannende Einblicke in das Leben zur Bronzezeit ermöglichen. Geplant sind interaktive Ausstellungen, regelmäßige Führungen und erlebnisorientierte Angebote drinnen wie draußen. Dabei werden die Besucher die letzte Wegstrecke der Egtvedpigen nachempfinden und originale Fundstücke bestaunen können. Besonders für Geschichtsinteressierte aus Deutschland lohnt sich künftig ein Abstecher in die Region: Das Originalgrab von Egtvedpigen ist eines der am besten erhaltenen seiner Art in Europa.
Das Richtfest wurde am 26. November 2025 im Schein von Fackeln und Lagerfeuern gefeiert, gefolgt von Festreden, Würstchen und einem geführten Rundgang durch das archäologisch bedeutsame Areal. Die Gemeinde Vejle sieht den Bau als wichtigen Baustein, um sowohl Bildung als auch Tourismus anzukurbeln und internationale Gäste auf die Geschichte Mitteljütlands aufmerksam zu machen.
