Im Nationalpark Thy an der dänischen Nordseeküste erinnert der jährliche Julekalender nicht nur an die landschaftlichen Reize der Region, sondern bringt auch faszinierende Einblicke in die Geschichte ans Licht. Am 2. Dezember steht das Bild von Thorkild Møller im Mittelpunkt, aufgenommen beim historischen Lodbjerg Fyr. Er ist nicht nur Guide des Parks, sondern auch engagierter Helfer am Leuchtturm. Im Dezember des letzten Jahres wagte er eine außergewöhnliche Übernachtung: Während draußen Minusgrade und Schneeverwehungen herrschten, verbrachte er eine Nacht im nahe gelegenen Bunker, der an den Zweiten Weltkrieg erinnert. Mit minus 10 Grad Celsius außerhalb der Betonmauern und rund 10 angenehmen Plusgraden im Inneren wurde das Erlebnis zu einer Zeitreise mit besonderem Komfort.

Der Bunker unterhalb des Lodbjerg Fyr wurde 1943 während der deutschen Besatzung als Funk- und Peilstation errichtet. Er folgt der Norm „Regelbau 621“, misst etwa zehn mal zehn Meter und sollte ursprünglich neun deutsche Soldaten beherbergen. Mit einfachen Mitteln ausgestattet – darunter eine eiserne Ofenheizung und eine mechanische Belüftungsanlage – wurde der Schutzraum jedoch nie vollständig fertiggestellt. Noch immer befindet sich eine ursprünglich vorgesehene Panzersturztür, die nie eingebaut wurde, vor Ort.

Die dänischen Behörden betonen jedoch ausdrücklich, dass Übernachtungen im Bunker aus Sicherheitsgründen untersagt sind. Für deutsche Besucher, die sich für die dunklen Kapitel europäischer Geschichte interessieren, bietet Lodbjerg Fyr einen anschaulichen Einblick in die Bedeutung dieser strategischen Positionen entlang der Nordsee – und zugleich ein Stück weit winterliche Märchenatmosphäre in Thy. Der Nationalpark steht so exemplarisch für das Nebeneinander aus Naturerlebnis und historischem Erinnern, das Dänemarks Nordwesten prägt.