Am Donnerstagmorgen, dem 22. Januar 2026, besuchte der dänische Radiosender DR P4 Midt & Vest die Mønsted Kalkgruber bei Viborg, um über das neueste Naturschutzprojekt im traditionsreichen Kalkbergwerk zu berichten. Das Bergwerk, das als größte Kalkgrube der Welt bekannt ist, rückt ab sofort dank einer stattlichen Förderung der Aage V. Jensen Naturfond stärker in den Fokus des wissenschaftlichen Naturschutzes.

Konkret fließen 2,5 Millionen Dänische Kronen (umgerechnet etwa 335.000 Euro) in die Fertigstellung eines hochmodernen Überwachungssystems für Fledermäuse. Ziel des Projekts ist die noch präzisere Zählung und Beobachtung der bedeutenden Fledermauspopulation, die jedes Jahr Tausende Tiere anzieht. Mithilfe von Kameras und weiteren Sensoren soll in Zukunft möglichst lückenlos dokumentiert werden, wie sich die einzelnen Arten in der Kalkgrube entwickeln, welche Routen sie nutzen und wie sich zum Beispiel Klimaschwankungen auf die Bestände auswirken.

Für Besucher aus Deutschland und ganz Nordeuropa ist das Kalkbergwerk besonders reizvoll: Neben dem Einblick in die spannende Welt der unterirdischen Stollen können sie auch seltene Tiere wie die Große Hufeisennase beobachten, eine Fledermausart, die in Mitteleuropa nur noch an wenigen Orten vorkommt. Das Investitionsprojekt steht außerdem beispielhaft für den naturnahen Ansatz im dänischen Artenschutz. Während viele Fledermausarten in deutschen Städten und Dörfern zunehmend Lebensräume verlieren, setzen Initiativen wie in den Mønsted Kalkgruben auf moderne, nichtinvasive Technik, um bestehende Populationen besser zu schützen und zugleich den Forschenden neue Daten zu liefern.

Die Mønsted Kalkgruber sind von Viborg aus leicht zu erreichen und ganzjährig ein Ziel für Naturfreunde. Wer dieses Jahr einen besonderen Einblick erhalten möchte, kann nicht nur an geführten Touren teilnehmen, sondern mit etwas Glück auch vor Ort Wissenschaftler treffen, die das neue Monitoring-System testen und weiterentwickeln.