Am Samstag, den 7. Februar 2026, wird im historischen Hanstholm Fyr in Nordjütland eine besondere Veranstaltung für Literatur- und Umweltinteressierte stattfinden. Die dänische Autorin Johanne Mygind lädt Besucher um 14:00 Uhr zu einer öffentlichen Lesung und Gesprächsrunde über ihre jüngst erschienene und hochgelobte Familiengeschichte „Giftig“ ein.
Im Mittelpunkt des Romans steht Myginds persönliche Auseinandersetzung mit dem geschichtlichen Erbe ihrer Familie, die eng mit der Chemiefabrik Cheminova und deren Auswirkungen auf die Umgebung verknüpft ist. Die Verbindung ihrer persönlichen Familiengeschichte zu Cheminova eröffnet nicht nur neue Perspektiven auf eine der größten Umweltkatastrophen der dänischen Geschichte, sondern wirft auch grundlegende Fragen nach Verantwortung, Schweigen und den moralischen Dilemmata auf, die Heimatregionen und ganze Generationen betreffen können.
Für deutschsprachige Leserinnen und Leser liefert die Veranstaltung mehr als nur Einblicke in die dänische Literatur. Besucher können erfahren, wie Umweltthemen in Dänemark öffentlich diskutiert werden und mit individuellen Lebensgeschichten verwoben sind. Gerade im Norden Europas, in dem nachhaltiges Leben, Offenheit für Umweltfragen und ein kritischer Blick auf das eigene industrielle Erbe selbstverständlich scheinen, zeigt Myginds Werk auch Schattenseiten: Das lange Schweigen, komplexe Familienbeziehungen und die Notwendigkeit, unangenehme Wahrheiten zu akzeptieren.
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem KulturRummet in Thy und dem Museum Thy organisiert und richtet sich an Einheimische, aber gerade auch an Gäste aus Deutschland, die sich für das kulturelle und ökologische Selbstverständnis der dänischen Gesellschaft interessieren. Im Anschluss an die Lesung steht Mygind für Fragen aus dem Publikum bereit. Es ist eine Gelegenheit, einen authentischen Einblick in die dänische Literatur- und Umweltszene zu gewinnen.
