Angesichts der jüngsten winterlichen Witterung im Februar steht der Tierschutz auf Dänemarks Weideflächen erneut im Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen. Die Naturstyrelsen, die dänische Forst- und Naturbehörde, hat ein umfassendes Konzept entwickelt, um die dort lebenden Pferde und Rinder auch während Schnee, Kälte und Schneeregen optimal zu betreuen.

Die Tiere, die oft in staatlichen Naturreservaten in ganz Dänemark gehalten werden – darunter Gebiete wie das Thy-Gebiet, die Mols Bjerge und das Areal bei Fussingø –, sind speziell robuste Rassen, die für ein Leben im Freien und unter rauen Bedingungen geeignet sind. Ihr Dasein ist eng mit dem Erhalt der Biodiversität verknüpft: Durch ihr Grasen, Stampfen und Knabbern fördern sie das Wachstum seltener und konkurrenzschwacher Pflanzenarten sowie die Lebensräume für Schmetterlinge und andere Insekten.

Sobald Schnee, Frost oder erhöhter Niederschlag vorhergesagt werden, reagiert die Naturstyrelsen mit konkreten Maßnahmen. Mitarbeiter und private Tierhalter überwachen die Ernährungs- und Wasserversorgung, den Zugang zu Schutz und trockener Unterlage in den Wintermonaten. Ist auf den Weiden das Futter knapp, wird entweder zugefüttert oder der Zugang zu benachbarten Flächen mit mehr natürlicher Nahrung ermöglicht. Außerdem werden einzelne Tiere bei Bedarf umgesiedelt oder zurück in Stallungen gebracht, um ihr Wohlergehen zu gewährleisten.

Für Nutzer in Deutschland bietet die dänische Herangehensweise einen interessanten Vergleich zu ähnlichen Projekten im Bereich Natur- und Weidetierschutz. Besonders der Fokus auf Tierwohl als Teil der Ökologie und die flexible Reaktion auf Wetterextreme könnten auch andernorts als Vorbild dienen. Darüber hinaus zeigen aktuelle Beispiele, etwa aus den Mols Bjerge im Osten Jütlands, dass die Maßnahmen bereits umgesetzt werden: Dort werden momentan Weidetiere zugefüttert, um ihren Energiebedarf trotz widriger Wetterlagen zu decken.

Für Besucher und Naturfreunde sind die großflächigen staatlichen Weiden ein attraktives Ausflugsziel. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass sich die Betreuung der Tiere und gegebenenfalls Sperrungen von Arealen nach den Wetterbedingungen und dem Zustand der Tiere richten können.