Die aktuelle Episode des Podcasts „Koldings Stemmer“ richtet sich an alle, die sich für Zeitgeschichte interessieren – besonders für deutsche Hörer bietet diese Folge einen faszinierenden Einblick in das Leben im südjütländischen Kolding während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Kulturarvschef Steen Rosenvinge Lundbye und Museumsinspektorin Minna Kanzler Hemmet vom Museum Kolding geben Auskunft darüber, wie die Stadt ab dem 9. April 1940 durch den Einmarsch der deutschen Truppen zum Verwaltungszentrum der Besatzungsmacht in Süd- und Sønderjütland wurde.

Mit etwa 25.000 Einwohnern prägten plötzlich rund 18.000 deutsche Militär- und Verwaltungsangehörige das Bild der Stadt. Diese hohe Präsenz stellte den Alltag und das Zusammenleben der dänischen Bevölkerung vor große Herausforderungen, etwa durch die Beschlagnahmung von Wohnraum und die allgegenwärtige Kontrolle im öffentlichen Leben.

Ein besonderes Augenmerk der Folge liegt auf den Ereignissen im Jahr 1943, als die Gestapo das historisch bedeutende Staldgården-Gebäude besetzte. Historische Originalschauplätze wie die gefürchtete Wartezelle „Zelle II“ machen die Erfahrungen von Überwachung, Angst und Widerstand in der besetzten Stadt greifbar. Auch für deutsche Zuhörer ergibt sich dadurch die Möglichkeit, Parallelen zur lokalen Geschichte in Deutschland zu ziehen und ein besseres Verständnis für die vielschichtigen Beziehungen über die Grenze hinweg zu entwickeln.

Laut Podcast-Hosts sind Reste historischer deutscher Befestigungen noch heute im Stadtbild zu entdecken. Dies regt dazu an, Kolding, das oft im Schatten von Großstädten wie Kopenhagen steht, als Reiseziel für historisch Interessierte in Betracht zu ziehen.

Wer tiefer einsteigen möchte, kann die vierte und vorläufig letzte Folge der Podcast-Miniserie zur Geschichte von Kolding kostenlos anhören: Hier geht’s zur Episode auf Spotify.

Für Hörer, die den Podcast unterstützen möchten, gibt es die Möglichkeit, freiwillig einen Beitrag pro Episode zu entrichten. So helfen sie dabei, dass auch künftig regionale Geschichten aufgearbeitet und zugänglich gemacht werden.