Umweltminister Magnus Heunicke bestätigte den Vorfall am Freitagmittag. Drei der Wale liegen auf der Fanø-Seite, ein weiterer bei Skallingen. Das Kystdirektoratet hat Drohnen in die Luft geschickt, um die Lage aus der Vogelperspektive zu überwachen.
🔴 Aktuelle Lage
Museum: „Das Rennen ist oft gelaufen“ – Experte des Naturhistorischen Museums sieht kaum Überlebenschancen für gestrandete Pottwale
Professor warnt: Morgen früh könnten 10–15 Wale am Strand liegen – gestrandete Tiere rufen Artgenossen ins Flachwasser
Behörden können Wale nicht lokalisieren – Miljøstyrelsen kann nicht sagen, wie viele noch leben
Gebiet gesperrt – Polizei: Zufahrt verboten und gefährlich, wird kontrolliert
Einschläfern nicht möglich – nur ins Wasser leiten oder auf Flut warten
Flut eingesetzt – alle 3 Fanø-Wale stehen unter Wasser
Mind. 1 Wal lebt – Strandvogt bestätigt: blutender Wal ist am Leben
Drohnen im Einsatz – Kystdirektoratet überwacht aus der Luft
4 Pottwale gestrandet bei Fanø/Skallingen – Umweltminister bestätigt
🐋 Was ist passiert?
Die Meldung kam am Freitagmittag über die Nachrichtenagentur Ritzau: Vier Pottwale sind im Bereich Fanø/Skallingen gestrandet. Die Polizei auf Fanø bestätigte den Vorfall gegenüber TV 2 Danmark und eröffnete eine offizielle Ermittlung. Landpolitiassistent Chris Gade verwies für weitere Informationen an die Miljøstyrelsen (Umweltbehörde).
TV 2 Danmark sprach mit dem Strandvogt (strandfogeden) Thomas Baun auf Fanø. Er bestätigte: Einer der Wale ist trotz sichtbarer Blutungen noch am Leben.
📍 Wo genau?
Fanø ist die zweitnördlichste dänische Wattenmeerinsel, erreichbar per Fähre ab Esbjerg. Skallingen ist eine unbewohnte Landzunge südlich von Blåvandshuk – ein Naturschutzgebiet und Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer. Beide Orte liegen an der dänischen Westküste in der flachen Nordsee.
🚁 Rettungsmaßnahmen und Drohneneinsatz
Die Behörden reagierten schnell. Das Kystdirektoratet (die dänische Küstenbehörde) schickte Drohnen in die Luft, um einen Überblick über die Situation zu gewinnen. Laut Umweltminister Heunicke wurden dabei auch lebende Tiere im Wasser vor der Küste beobachtet – ein Zeichen, dass möglicherweise weitere Wale in der Nähe sind.
Strandvogt Thomas Baun erklärte gegenüber tvSyd, dass ein Einschläfern der Tiere nicht möglich sei. Die einzigen Optionen: Versuchen, die Wale ins Wasser zu leiten – oder auf das Hochwasser warten. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen liegt bei der Naturstyrelsen (Naturbehörde), die vor Ort ist.
🌊 Wasserstand steigt
Am Nachmittag kam die Flut: Laut Polizei ist der Wasserstand inzwischen so weit gestiegen, dass alle drei Wale auf der Fanø-Seite unter Wasser stehen. Ob ihnen das hilft, ins tiefere Wasser zurückzugelangen, bleibt abzuwarten. Die Polizei bleibt vor Ort und beobachtet die Lage.
⚠️ Polizei: Gebiet ist gesperrt!
Landbetjent Chris Gade von der Fanø-Polizei warnt eindringlich: Es ist verboten und gefährlich, in das Gebiet zwischen Fanø und der Halbinsel Skallingen zu fahren. Die Polizei ist weiterhin vor Ort und kontrolliert, ob sich Personen in dem Bereich aufhalten.
⚠️ Experte warnt: Morgen könnten es deutlich mehr sein
Peter Teglberg Madsen, Professor für Biologie an der Universität Aarhus, äußerte gegenüber TV 2 eine beunruhigende Befürchtung: Durch das starke Flockverhalten der Pottwale könnten weitere Tiere nachfolgen – und morgen früh ebenfalls stranden.
Der Grund: Gestrandete Pottwale, die noch leben, senden Rufe aus, die von Artgenossen im Wasser gehört werden. Da Pottwale eine sehr enge Flockstruktur haben, besteht die Gefahr, dass weitere Tiere ins Flachwasser folgen.
🔴 Zitat Professor Teglberg Madsen
„Ich hoffe, dass es bei den vier bleibt, aber ich fürchte wirklich, dass morgen früh 10–15 Tiere am Strand liegen.“
Erschwerend kommt hinzu: Die Miljøstyrelsen (Umweltbehörde) hat aktuell Schwierigkeiten, die gestrandeten Wale überhaupt zu lokalisieren. Kontorchefin Jane Hansen erklärte gegenüber tvSyd, dass man derzeit nicht sagen könne, wie viele der vier Tiere noch am Leben sind. Die Behörde arbeitet eng mit der Naturstyrelsen, dem Fischerei- und Seefahrtsmuseum in Esbjerg und dem Kystdirektoratet zusammen, das Drohnen im Einsatz hat.
Auch Daniel Klingenberg vom Statens Naturhistoriske Museum (Naturhistorisches Museum Kopenhagen) gibt wenig Anlass zur Hoffnung. Er erklärt, dass Pottwale normalerweise westlich der britischen Inseln schwimmen, aber gelegentlich südwärts durch die Nordsee ziehen – und dann im Flachwasser stranden. Sein nüchternes Fazit: „Wenn sie erst einmal gestrandet sind, ist das Rennen oft gelaufen.“
📅 Dritte Pottwal-Strandung in diesem Jahr
So dramatisch die Nachricht ist – es ist leider nicht das erste Mal in diesem Jahr. Allein 2026 gab es bereits zwei weitere Vorfälle mit Pottwalen an Dänemarks Küsten:
Fanø / Skallingen – Vier Pottwale gestrandet, mindestens einer lebt (aktueller Vorfall)
Blåvandshuk (bei Esbjerg) – Ein toter Pottwal-Bulle auf einer Sandbank, rund 14 Meter lang. Wir berichteten ausführlich – unter anderem über den Vandalismus am Unterkiefer des Tieres.
Ålbæk Bugt (Nordjütland) – Ein toter Pottwal gestrandet.
Fanø – Letzte bekannte Strandung vor der aktuellen Serie. Auch damals wurde der Wal tot aufgefunden.
Dass sich die Ereignisse in so kurzer Zeit häufen, ist ungewöhnlich. Vor den drei Vorfällen im Jahr 2026 lag die letzte bekannte Pottwal-Strandung an dänischen Küsten zehn Jahre zurück. Die genauen Ursachen für die Strandungen – ob Navigationsfehler durch Unterwasserlärm, Veränderungen in der Nahrungsverfügbarkeit oder magnetische Anomalien – sind noch nicht geklärt.
💡 Warum stranden Pottwale in der Nordsee?
Pottwale (Physeter macrocephalus) sind Tiefseetaucher, die normalerweise in Gewässern von über 1.000 Metern Tiefe jagen. Die Nordsee ist mit durchschnittlich nur 90 Metern viel zu flach für sie. Wenn die Tiere – vermutlich durch die Meerenge zwischen Norwegen und Schottland – in die Nordsee geraten, finden sie oft nicht mehr heraus. Das flache Wattenmeer wird dann zur tödlichen Sackgasse.
🏖️ Hinweise für Urlauber auf Fanø
Fanø ist ein beliebtes Urlaubsziel – gerade für Familien mit Hund. Falls du aktuell auf der Insel bist oder einen Besuch planst, beachte bitte folgende Punkte:
⚠️ Verhaltensregeln
Gebiet ist gesperrt! Die Polizei hat klargestellt: Es ist verboten und gefährlich, in das Gebiet zwischen Fanø und Skallingen zu fahren. Es wird aktiv kontrolliert.
Nicht nähern! Gestrandete Wale stehen unter enormem Stress – die Schwanzflosse eines Pottwals kann schwere Verletzungen verursachen.
Nicht anfassen! Wal-Kadaver können Krankheitserreger tragen. Beim Wal in Blåvand wurden Familien beobachtet, die ihre Kinder auf das tote Tier setzten – bitte nicht nachmachen.
Notruf 112 – Wenn ihr ein gestrandetes oder verletztes Meerestier entdeckt, ruft die Polizei. Die Disponenten sprechen auch Englisch.
📡 Liveticker verfolgen
Die Situation entwickelt sich laufend weiter. Den aktuellen Stand könnt ihr im Liveticker von TV 2 Danmark verfolgen – dem größten privaten Nachrichtensender Dänemarks. Der Ticker wird kontinuierlich aktualisiert:
● LIVETV 2 Danmark
Kaskelothvaler strandet ved Fanø
Laufend aktualisierter Liveticker mit Fotos, Behörden-Updates und Drohnenaufnahmen (auf Dänisch – die meisten Browser bieten eine Übersetzungsfunktion).
📋 Quellen
- TV 2 Danmark – Liveticker: Kaskelothvaler strandet ved Fanø (20.02.2026)
- Ritzau Nachrichtenagentur via Umweltminister Magnus Heunicke
- Fanø Politi – Bestätigung des Vorfalls und Bildmaterial
- tvSyd – Interviews mit Strandvogt Thomas Baun und Landbetjent Chris Gade
- Prof. Peter Teglberg Madsen, Universität Aarhus – Interview bei TV 2 Danmark
- Daniel Klingenberg, Statens Naturhistoriske Museum – Interview bei TV 2 Danmark
- Miljøstyrelsen (Dänische Umweltbehörde) – mst.dk
- Kystdirektoratet (Küstenbehörde) – kyst.dk
