In der Jammerbugt Kommune in Nordjütland stehen drei umfangreiche Natur-Renaturierungsprojekte kurz vor dem Abschluss. Laut Angaben der Kommune werden insgesamt rund 630 Hektar Agrarland aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen, um Feuchtgebiete wiederherzustellen und wertvolle Naturräume zu schützen.
Ryaa-Feuchtgebiet: 580 Hektar im Wandel
Das größte der drei Vorhaben ist das Ryaa-Vådområde-Projekt mit einer Fläche von 580 Hektar. Das Projekt befindet sich derzeit in der Landverteilungsphase und ist in mehrere Teilgebiete untergliedert, darunter Debel Enge, Toftegård und Tue Eng. Die eigentliche Renaturierung soll beginnen, sobald die Landverteilung abgeschlossen ist. In zwei bis drei Jahren wird das Gebiet voraussichtlich als Feuchtgebiet wiederhergestellt sein. Ziel ist es, die Stickstoffbelastung des Wassermilieus erheblich zu reduzieren.
Hellede Sø: Historischer See kehrt zurück
Das Hellede-Sø-Projekt umfasst 50 Hektar und stellt einen historischen flachen See wieder her, der 1870 trockengelegt wurde, um Weideflächen für Nutztiere zu gewinnen. Mit Mitteln aus der Niedermoor-Förderung wurde der See nun renaturiert. Durch die Wiederherstellung der natürlichen Wasserstände wird die CO2-Emission aus dem Boden gebremst und die Grundlage für eine vielfältigere Tier- und Pflanzenwelt geschaffen.
Holmsø Hede: Schutz seltener Pflanzen
Auf 40 Hektar wird bei Holmsø Hede ein Naturschutzprojekt umgesetzt, das die Jammerbugt Kommune gemeinsam mit der Nørlundfonden betreut. Im Mittelpunkt steht der Schutz der seltenen Pflanze Vårkobjælde (Frühlings-Adonisröschen) sowie die Förderung offener Heidelandschaft. Ein wichtiger Bestandteil des Managements ist die Beweidung mit Rindern. Die Landbrugsstyrelsen genehmigte 2025 Zuschüsse für den Bau von Zäunen auf dem gesamten Projektgebiet.
Alle drei Projekte werden aus EU-Mitteln des CAP-Programms 2003-2027 finanziert. Für Naturliebhaber und Vogelbeobachter könnte die Region in einigen Jahren mit ihren renaturierten Feuchtgebieten und geschützten Heideflächen zu einem attraktiven Ziel für Wanderungen und Naturbeobachtungen werden.
