Im ersten Halbjahr seit Start der Giv-und-Nimm-Initiative auf dem Recyclinghof Remmerslund wurden nach Schätzungen etwa 18 Tonnen an Gegenständen von den Besucherinnen und Besuchern nicht entsorgt, sondern zum Mitnehmen ausgewählt. Diese Bilanz zeigt, dass das Konzept, gebrauchte Dinge zu teilen und einer neuen Nutzung zuzuführen, bei der Bevölkerung gut ankommt. Zusätzlich wurden weitere rund 13 Tonnen von der Y’s Men’s Club-Organisation zur Weitergabe an ihren eigenen Secondhandladen entgegengenommen.

Das Prinzip ist einfach: Wer brauchbare Dinge zum Recyclinghof bringt, kann diese in den speziell dafür eingerichteten Containern abstellen. Andere können im Gegenzug kostenlos Gegenstände mitnehmen, die ihnen gefallen oder für sie nützlich sind. Dadurch bekommen Möbel, Elektrogeräte, Haushaltswaren oder Spielzeug eine zweite Chance, anstatt in der Müllverwertung zu landen.

Handfeste Effekte gibt es in mehrfacher Hinsicht – ökologisch, weil Ressourcen langfristig geschont und die lokale Abfallmenge reduziert wird; sozial, weil finanzielle Hürden für Anschaffungen sinken und Gemeinschaft gefördert wird; und wirtschaftlich, da weniger neu produziert und konsumiert werden muss. Die Giv-und-Nimm-Container werden gemeinsam von der Kommune Hedensted und der Y’s Men’s Club-Initiative organisiert und unterhalten. Der Club sorgt für Sortierung und regelmäßige Pflege der Bereiche.

Nutzer können das Angebot während der offiziellen, mit Personal besetzten Öffnungszeiten des Recyclinghofs nutzen. Laut Klimaplan der Kommune Hedensted ist es erklärtes Ziel, nachhaltiges Leben sowohl einfach als auch selbstverständlich zu machen. Um Akteure und Engagement sichtbarer zu machen, werden in den kommenden Monaten verschiedene Initiativen und ehrenamtliche Projekte verstärkt hervorgehoben – als Anregung und Vorbild auch über die Gemeindegrenzen hinaus.

Für Menschen in Deutschland ist spannend zu beobachten, wie Dänemarks Gemeinden Praktiken der Kreislaufwirtschaft konsequent im Alltag verankern. Das Beispiel Remmerslund zeigt, dass unkomplizierte Lösungen für Abfallvermeidung auch andernorts Schule machen könnten, insbesondere weil die Umsetzung mit Ehrenamt und wenig Aufwand funktioniert.