Unweit der norddänischen Kleinstadt Brønderslev befindet sich ein außergewöhnliches Privatmuseum, das weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit auf sich zieht. Jørn Larsen und seine Ehefrau Lis Ladekarl haben auf ihrem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen im Laufe vieler Jahrzehnte eine beeindruckende Sammlung von Raritäten aus unterschiedlichsten Bereichen angelegt.
Das Museum befindet sich in den umgebauten Stallungen und Lagerhallen, die früher als Aufbewahrungsorte für Kartoffeln und als Unterstand für Hereford-Rinder dienten. Die Kühe wurden aus emotionaler Rücksicht nach der Stilllegung nicht geschlachtet, sondern als Weidevieh verkauft – eine Entscheidung, die den familiären Umgang mit den Tieren widerspiegelt.
Heute ist von der landwirtschaftlichen Vergangenheit nur noch wenig sichtbar. Die Gebäude beherbergen stattdessen ein breit gefächertes Museum: gut erhaltene Oldtimer, Motorräder, Mopeds, Spielzeug, Radios, Musikinstrumente, altertümliche Kommunikationsgeräte und viele weitere Gegenstände, die den Wandel der Technik und des Alltagslebens im 20. Jahrhundert dokumentieren. Die Exponate sind größtenteils Unikate, deren einstige Alltagsbedeutung längst vergangen ist.
Jørn Larsen begann seine Sammlung während seiner Zeit als Kfz-Mechaniker und Landwirt. Nach seiner Ausbildung bei BMW und späterer Arbeit bei Volvo nutzte er seine Fähigkeiten, um viele der Fahrzeuge liebevoll zu restaurieren. Auch als Musiker war Larsen bekannt; er spielte in der Band Mayflowers, die regelmäßig in ganz Nordjütland auftrat. Neben Beruf, Landwirtschaft und Musik war das Sammeln eine weitere Leidenschaft, die mit der Zeit zum Lebensmittelpunkt des Ehepaars wurde.
Der Museumsbesuch ist ausschließlich für Gruppen gegen eine Gebühr von 65 Kronen pro Person möglich. Nach einer persönlichen Führung durch Jørn Larsen können Gäste in einem Gemeinschaftsraum verweilen und mitgebrachte Speisen konsumieren. Das Unternehmen verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen: Für das Ehepaar ist das Museum vor allem ein persönliches Vermächtnis und ein Beitrag zum Erhalt von Kulturgeschichte.
Die Zukunft der umfassenden Sammlung ist derzeit offen. Jørn Larsen und seine Frau betreiben das Museum so lange wie möglich selbst, konkrete Pläne für eine Übergabe an die Stadt Brønderslev oder eine andere Institution gibt es bislang nicht. Für Besucher aus Deutschland bietet dieses Museum einen authentischen Einblick in die regionale Geschichte und Alltagskultur Nordjütlands – ein Geheimtipp abseits klassischer Touristenpfade.
