Am Montagmorgen, dem 28. Juli 2025, hat im südlichen Dänemark bei Gammel Ålbo ein internationales Forschungsprojekt begonnen, das auf die Beseitigung von sogenannten Geisternetzen im Kleinen Belt abzielt. Das Forschungsschiff „Seekuh“ von der Organisation oneearthoneocean ist hierfür bereits vor Ort und unterstützt die Aktion zusammen mit Tauchern des SDA Kiel.

In den kommenden vierzehn Tagen wollen die Experten gemeinsam abgetriebene Fischernetze aufspüren und bergen, um die Unterwasserwelt zu schützen. Als Geisternetze werden verloren gegangene oder absichtlich versenkte Fischernetze bezeichnet, die weiterhin eine Gefahr für Fische, Meeressäuger und Taucher darstellen. Sie sind nicht nur ein Problem für das marine Ökosystem, sondern auch für die Schifffahrt, da sie sich an Schiffsschrauben verfangen oder die Navigation behindern können.

Der Kleine Belt ist unter Schleswig-Holsteiner und viele in Norddeutschland als Naherholungsgebiet bekannt – beliebte Urlaubsorte wie Gammel Ålbo, Kolding und die Stenderup-Halbinsel ziehen jährlich zahlreiche deutsche Touristen an. Die aktuellen Bergungsarbeiten bieten einen zusätzlichen Anlass, die Bedeutung des Meeresschutzes auch fern der eigenen Küsten im Blick zu behalten.

Das Forschungsobjekt „Seekuh“ ist speziell für den Einsatz in seichten Gewässern und Küstengebieten gebaut und kann unter anderem kleinere Kunststoffpartikel aus dem Meer filtern. Die lokalen Campinggäste und Tauchsportinteressierte erhalten durch die Aktion einen besonderen Einblick in den Umweltschutz vor Ort. Während des Einsatzes sind zudem Vorführungen und Gespräche mit den Forschenden geplant.

Gerade für deutsche Besucher, die in den Sommermonaten die dänische Ostseeküste zum Campen, Tauchen oder für Naturerlebnisse aufsuchen, bietet sich die Möglichkeit, mehr über internationale Umweltinitiativen zu erfahren und sogar mitzumachen. Die organisierte Zusammenarbeit zwischen deutschen und dänischen Akteuren verdeutlicht, wie grenzüberschreitende Umweltprojekte in der Praxis umgesetzt werden.

Auch wenn sich das Projekt nur auf die dänische Seite erstreckt, zeigt es beispielhaft, wie nachhaltige Ansätze zur Bewahrung und Reinigung mariner Lebensräume aussehen können – ein Thema, das auch deutsche Küstenregionen betrifft.