Im Norden Jütlands, genauer am Hanstholm Fyr, fand vom 12. April bis zum 9. Juni 2025 eine außergewöhnliche Ausstellung statt: Unter dem Titel „Ar, mærker & spor“ präsentierte der dänische Fotograf Michael Abel eine Sammlung von Bildern, die sowohl die Vergangenheit als auch Fragen der Erinnerungskultur aufgreifen. Im Zentrum der Ausstellung standen Fotografien von Bunkeranlagen entlang des Atlantikwalls, welche die nordjütländische Küstenlandschaft bis heute prägen. Ergänzt wurden die Motive durch Aufnahmen von rauer Natur und von Menschen, deren Körper durch die Zeit und das Leben gezeichnet sind.
Für Besucher aus Deutschland eröffnete sich nicht nur ein künstlerischer Zugang zu einer der geschichtsträchtigsten Regionen Europas, sondern auch eine Möglichkeit zur Reflexion über den Umgang mit Spuren des Zweiten Weltkriegs im öffentlichen Raum. Besonders im Jahr des 80. Jahrestages der Befreiung Dänemarks wurde das Gedenken durch ein vielseitiges Rahmenprogramm vertieft. Konzerte, Fachvorträge und geführte Wanderungen zwischen Hanstholm Fyr und dem angrenzenden Bunkermuseum luden dazu ein, ins Gespräch zu kommen – etwa über Ästhetik im Kriegsrelikt oder die Symbolkraft von Narben, sowohl auf der Landschaft als auch im kollektiven Gedächtnis.
Die Ausstellung war an insgesamt 32 Tagen geöffnet und zog über 1200 Besucher an, was einem täglichen Durchschnitt von 38 Gästen entspricht. Für deutsche Gäste, die den Norden Dänemarks im Frühjahr oder Frühsommer erkundeten, bot der Besuch von Hanstholm die Möglichkeit, künstlerische Perspektiven auf die deutsch-dänische Vergangenheit kennenzulernen und aktuelle Fragen von Erinnerung und Vergänglichkeit zu diskutieren. Obwohl die Ausstellung nun beendet ist, bleibt ihr Ansatz – nämlich die Auseinandersetzung mit Geschichte durch Kunst – auch für zukünftige Projekte von Bedeutung.
