Am Kleinen Belt, nahe der Ortschaft Gammel Ålbo im Süden Jütlands, feiert das künstlich angelegte Steinriff sein einjähriges Bestehen. Vor genau einem Jahr wurden dort 3.000 Tonnen Steine in fünf separate Riffe im Meeresboden eingebracht. Das Ziel: Lebensräume für zahlreiche Meerestiere zu schaffen und den marinen Artenreichtum zu fördern. Über 5.200 Tauchgänge wurden seither laut den Betreibern von Gammel Ålbo durchgeführt. Viele Besucher aus ganz Skandinavien, darunter auch Naturliebhaber und Tauchgruppen aus Deutschland, haben das Areal bereits erkundet. Das Riff, das ursprünglich eine lokale Initiative war, entwickelte sich schnell zum regional wichtigen Treffpunkt für Ökotourismus und Umweltbildung. Für deutsche Gäste verbindet das Projekt Naturschutz mit Freizeitwert. Einheimische und Touristen schätzen das Angebot organisierter Führungen, bei denen das Wachstum des Riffs und der Zuzug von Fischen wie Dorsch, Seeskorpion und verschiedenen Krebsarten beobachtet werden können. Das gesammelte Bild- und Videomaterial dient nicht nur der Forschung, sondern wird künftig im Rahmen eines neuen Projekts auch rund um die Uhr per Webcam ins Netz gestellt. In der Planung ist außerdem, das Wissen über den Aufbau künstlicher Riffe für ähnliche Projekte an anderen Küsten weiterzugeben. Für Naturliebhaber und Wassersportfreunde eröffnet sich so eine Einstiegsstelle in den dänischen Meeresschutz – und es entsteht ein reger Austausch mit Besuchergruppen aus Schleswig-Holstein und anderen nördlichen Bundesländern. Wer die Entwicklung des Steinriffs miterleben möchte, kann sich vor Ort bei Gammel Ålbo Camping informieren.