Am Mittwoch, den 16. Juli 2025, bietet der Nationalpark Thy eine geführte Wanderung zur eindrucksvollen Küstenklippe Sorte Næse an. Los geht es um 10:00 Uhr am bekannten Leuchtturm Lodbjerg Fyr, südlich der Stadt Thyborøn in Nordjütland. Die rund dreistündige Wanderung verspricht interessante Einblicke in die geologische Beschaffenheit der Küstenlinie und liefert gleichzeitig einen außergewöhnlichen Zugang zur Naturgeschichte der Region.
Die „Sorte Næse“ (deutsch: „Schwarze Nase“) ist eine bis zu zehn Meter hohe Steilküste aus Moränenton, auf dem sich Flugsand abgelagert hat. Zwischen den Erdschichten entdeckt man sogenannte Martorf-Lagen, die ihren Ursprung in vergangen Mooren haben. Wer genau hinsieht, kann in der unteren Schicht auffällige Platten aus dunkel glänzendem Ton entdecken. Dieses Material stammt von alten Meeresablagerungen und enthält Fossilien von Schnecken, Muscheln und Seeigeln – ein spannender Fundort für Interessierte an Erdgeschichte und Fossilien.
Ständig formt die Natur die Küste weiter. Durch diese fortlaufende Erosion kommen immer wieder auch vorgeschichtliche Funde zutage: Artefakte, die belegen, dass hier Menschen bereits in der Stein-, Bronze- und Eisenzeit lebten. Nicht weit entfernt befinden sich Grabhügel aus diesen Epochen, die von der langen Siedlungsgeschichte zeugen.
Die geführte Wanderung ist etwa sechs Kilometer lang und führt von Lodbjerg Fyr zur Sorte Næse, dann entlang des Strandes südwärts und schließlich zurück über die Dünen, auf dem sogenannten Rettungsweg, zum Ausgangspunkt. Die Mittagspause verbringen die Teilnehmer entweder im Madpakkehus, einem umgebauten Hühnerstall, oder – wetterabhängig – im Garten des ehemaligen Leuchtturmwärters. Selbst mitgebrachte Verpflegung ist empfehlenswert.
Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an deutsche Besucher, denn die Region bietet spannende Naturerlebnisse und überrascht durch ihre unberührte Küstenlandschaft sowie die Gelegenheit, Überreste aus tausenden Jahren Menschheitsgeschichte zu entdecken.
