Ein bemerkenswerter Fund in historischen Schiffsjournalen aus dem Jahr 1822 zeigt, dass dänische Seeleute bereits zu dieser Zeit systematische Luftdruckmessungen auf See durchführten – deutlich früher als bisher dokumentiert. Die Entdeckung ist Teil des ROPEWALK-Projekts, einer Kooperation zwischen dem dänischen Reichsarchiv (Rigsarkivet) und dem Dänischen Meteorologischen Institut (DMI).
Das Projekt widmet sich der Digitalisierung historischer Schiffsjournale, die teilweise bis zu 300 Jahre alt sind. Über Jahrhunderte hinweg führten dänische Seeleute detaillierte Wetterbeobachtungen durch, die heute wertvolle Einblicke in vergangene Klimaverhältnisse liefern. Laut DMI werden diese historischen Aufzeichnungen genutzt, um die Klimaforschung zu unterstützen.
Besonders aufschlussreich sind auch frühere Funde: In den Journalen der Fregatte Stiernen aus den Jahren 1683-84 beschrieben Seeleute Temperaturen mit lyrischen Begriffen wie "gruelig", "klingende" oder "umenneskelig frost" (unmenschlicher Frost), wie DMI berichtet.
Das ROPEWALK-Projekt wird von der A.P. Møller Fonden mit 14,25 Millionen Kronen unterstützt. Die systematische Aufarbeitung dieser maritimen Wetteraufzeichnungen trägt dazu bei, langfristige Klimaveränderungen besser zu verstehen und historische Wetterdaten für die Zukunftsforschung nutzbar zu machen.
Für kulturhistorisch interessierte Besucher bieten sowohl das Rigsarkivet als auch das DMI Einblicke in Dänemarks maritime Vergangenheit und die wissenschaftliche Aufarbeitung dieser einzigartigen historischen Quellen.
