Die leuchtend orange-roten Früchte, bekannt als Hagebutten (auf Dänisch: Hyben), sind derzeit in Dänemark reif. Viele Spaziergänger freuen sich über die reiche Ernte, doch hinter der bunten Pracht verbirgt sich ein ökologisches Problem, das auch deutsche Besucher betrifft: Die rynket rose, eine aus Asien stammende Pflanzenart, breitet sich seit über einem Jahrhundert unaufhaltsam in Dänemarks Natur aus. Ursprünglich wurde die sogenannte "Felsen-Distelrose" im 19. Jahrhundert aus dem Nordosten Asiens als Zierpflanze eingeführt. Inzwischen ist sie die am weitesten verbreitete invasive Pflanze im Land. Dank ihres starken Wurzelwachstums und dichter Bestände verdrängt sie zunehmend einheimische Arten – besonders an den sensiblen Küstenstreifen, die auch bei deutschen Urlaubern beliebt sind.

Gerade jetzt im August reifen die Hagebutten und laden zum Sammeln ein. Die staatliche Naturbehörde erlaubt ausdrücklich, in den öffentlichen Naturgebieten so viele Früchte zu pflücken, wie in eine Tragetasche passen – zur eigenen Verwendung. Dadurch sollen nicht nur leckere Marmeladen oder Tees entstehen, sondern auch die weitere Ausbreitung der Rose gebremst werden: Jede Frucht enthält zwischen 20 und 120 Samen, die sonst für die nächste Generation invasiver Rosen sorgen würden.

Für ökologieinteressierte Besucher ist es sinnvoll, bei Ausflügen an dänischen Stränden oder beim Wandern die Augen offen zu halten: Wer mithelfen möchte, die Biodiversität zu bewahren, kann mit dem Sammeln der Früchte zu den Schutzmaßnahmen beitragen. Obwohl die Pflanze bereits an vielen Orten bekämpft wird, ist sie äußerst widerstandsfähig und lässt sich nur schwer vollständig entfernen.

Damit unterstreicht Dänemark einen natürlich-pragmatischen Ansatz im Umgang mit invasiven Arten. Wer klimafreundlich reisen und dabei aktiv Naturschutz betreiben möchte, findet hier eine ungewöhnliche Möglichkeit, Urlaub und Umweltschutz zu verbinden.