Am kommenden Samstag, dem 29. November, findet im Nationalpark Thy ein besonderes Weihnachtsbasteln statt. Im Hønsehuset bei Lodbjerg Fyr, im westlichen Teil Nordjütlands, übernimmt die 37-jährige Sarah Sommer die gastgebende Rolle. Was diese Veranstaltung für viele Besucher besonders macht: Sarah ist sehbehindert und engagiert sich neuerdings ehrenamtlich im Nationalpark.
Schon ihre Anreise ist bemerkenswert: Mit dem Zug kommt sie aus Sjørring nach Bedsted und legt die letzten 11 Kilometer mit ihrer Blindenstöcke zu Fuß bis zum Leuchtturm Lodbjerg Fyr zurück. Dort sorgt sie nicht nur für Ordnung, sondern lädt Einheimische und Gäste jeden Alters ein, gemeinsam zu basteln und das vorweihnachtliche Ambiente zu genießen.
Das Weihnachtsbasteln beginnt ab Mittag. Besucher sind eingeladen, Materialien aus der umliegenden Natur mitzubringen. Vor Ort zeigt Sarah, wie kreative Dekorationen auch unter erschwerten Bedingungen gelingen können, und macht damit deutlich, wie Barrierefreiheit und gesellschaftliche Teilhabe funktionieren können. Insbesondere für ausländische Gäste, darunter viele deutsche Nordsee-Touristen, bietet sich eine authentische Gelegenheit, den dänischen Gemeinschaftssinn und die Bedeutung von Inklusion zu erleben.
Die Aktion im Hønsehuset ist ein Beispiel, wie Menschen mit Behinderung sinnvoll ins gesellschaftliche Miteinander integriert werden. Gerade für Familien mit Kindern, die Dänemark zu dieser Jahreszeit besuchen, ist der Termin eine Möglichkeit, Einblicke in das Alltagsleben abseits touristischer Attraktionen zu bekommen. Die Veranstaltung vermittelt auf praktische Weise auch, wie Kinder und Erwachsene lernen können, Berührungsängste abzubauen und Fragen offen anzusprechen.
Wer Sarah unterwegs auf dem Weg zum Leuchtturm begegnet, darf ihr in dieser dunklen und kalten Jahreszeit gerne eine Mitfahrgelegenheit anbieten. Ein kleines Detail, das den Gemeinschaftsgeist in der Region widerspiegelt.
