Im Nordsøen Oceanarium in Hirtshals, Nordjütland, sorgt der Fund einer invasiven Krebsart für Unruhe: Zum ersten Mal wurden in der Region Signalkrebse in mehreren Exemplaren nachgewiesen. Bereits während der Sommermonate 2025 wurden die Tiere mehrfach in dem Bach Emmersbækken, der durch das Außengelände des Oceanariums fließt, gefangen – darunter nicht nur ausgewachsene Tiere, sondern auch Jungtiere. Dies deutet darauf hin, dass sich die Krebse bereits erfolgreich vermehren. Bei dem ersten Fund handelte es sich um ein ausgewachsenes Exemplar, das von einer deutschen Familie gefangen wurde, weitere Tiere folgten in den darauffolgenden Wochen.
Der Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus) stammt ursprünglich aus Nordamerika und bedroht vor allem heimische Flusskrebse. Er trägt den Pilz Aphanomyces astaci, auch bekannt als Krebspest, die für europäische Flusskrebsarten meist tödlich ist. Neben der Verbreitung dieser Krankheit verdrängt der Signalkrebs die einheimischen Arten zudem durch sein aggressives Fressverhalten: Er zerstört Uferbereiche, frisst Wasserpflanzen, Insekten und kleine Tiere und hat keine natürlichen Feinde in europäischen Gewässern.
Für die Umgebung von Hirtshals und die gesamte Region Hjørring stellt das Auftauchen der Signalkrebse ein Novum dar. Die Verantwortlichen betonen daher die Wichtigkeit, gefangene Signalkrebse keinesfalls wieder ins Wasser zu setzen. Das Töten der Art ist in Dänemark gesetzlich vorgeschrieben; zudem eigne sich das Fleisch der Krebse zum Verzehr.
Deutsche Angler und Naturinteressierte, die die Region besuchen, sollten auf die Unterscheidungsmerkmale achten: Neben der auffälligen hellen Stelle an den Scheren der Signalkrebse sind ihre Scheren im Vergleich zu heimischen Flusskrebsarten weniger rau, eher gedrungen und ihr Panzerrücken ist glatt. Das Oceanarium bietet Informationen, wie Besucher einen Beitrag zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung leisten können. Der Fall in Hirtshals verdeutlicht das wachsende Problem gebietsfremder Arten auch in Nordeuropa.
