Die dänische Natur bietet insbesondere in der Metropolregion Kopenhagen vielfältige Möglichkeiten für Erholung und Inklusion. Vergangene Woche rückte der Naturpark Amager in den Fokus: Junge Naturfreunde hatten dort die dänische Königin Mary eingeladen, eine Wanderung entlang der ausgedehnten Strände des Kalvebod Fælled zu begleiten. Das Besondere dieses Treffens lag jedoch weniger im königlichen Besuch, sondern vielmehr im dahinterstehenden Pilotprojekt, das gezielt auf den Zusammenhalt junger Menschen abzielt.

Das Programm „Unge Naturvenner“ richtet sich an Jugendliche, insbesondere an diejenigen, die durch psychische Belastungen oder Einsamkeit beeinträchtigt sind. Junge Menschen mit einem besonderen Bezug und Wissen zur Natur werden gezielt mit solchen, die Unterstützung suchen, zusammengeführt. Der Austausch erfolgt nicht in klassischen Beratungssituationen, sondern beim gemeinsamen Erkunden und Erleben der dänischen Landschaft. Das niedrigschwellige Angebot will so Wege aus sozialer Isolierung ebnen und neue, stärkende Erfahrungen ermöglichen.

Getragen wird das Projekt im Großraum Kopenhagen gemeinsam von der dänischen Naturbehörde und SIND – der nationalen Organisation für psychische Gesundheit. Der Ansatz wurde bereits von Fachleuten als innovativ bewertet: Im Freien treffen Betroffene und erfahrene Naturbegleiter einander auf Augenhöhe, um unter Anleitung sowohl Naturkenntnisse zu vermitteln als auch über alltägliche Herausforderungen ins Gespräch zu kommen. Das vierjährige Vorhaben erfährt finanzielle Unterstützung durch die Nordea-Stiftung und ist Bestandteil einer landesweiten Initiative, Jugendliche besser einzubinden und zu stärken.

Auch für Besucher aus Deutschland ist die Region ein lohnenswertes Ziel jenseits klassischer Städtereisen. Naturinteressierte sollten wissen, dass im Online-Naturführer der Behörde nicht nur Details zum Projekt, sondern auch zahlreiche Wanderempfehlungen im Gebiet verfügbar sind. Wer Skandinavien von einer ruhigen und menschlich nahbaren Seite erleben möchte, findet im Naturpark Amager ein spannendes Beispiel dafür, wie soziale Initiativen und landschaftliche Schönheit ineinander greifen.