Der Künstler und Museumsmitarbeiter Paul M. Cederdorff ist am 11. April 2026 verstorben. Über Jahrzehnte prägte er mehrere Museen in Westjütland und schuf mit der Gedenkstätte am Sea War Museum Jutland in Thyborøn ein einzigartiges Denkmal.
In Holstebro gründete Cederdorff das Museum für Kleinkunst im Bomhuset – mit nur 32 Quadratmetern Dänemarks kleinstes Museum. Die Einrichtung widmete sich Kunsthandwerk und Details, musste aber 2018 schließen, als das Holstebro Museum keine Mittel mehr für den Betrieb bereitstellen konnte.
Am Strandingsmuseet in Thorsminde unterstützte Cederdorff die Arbeit von Beginn an mit kleinen Skulpturen und Grafiken über historische Schiffsstrandungen – ohne Berechnung. Hier entstand auch die Idee für eine Gedenkstätte zur Skagerrakschlacht, der größten Seeschlacht des Ersten Weltkriegs.
Die Schlacht fand am 31. Mai und 1. Juni 1916 zwischen britischen und deutschen Seestreitkräften statt. Fast 9000 Männer starben – 6094 auf britischer und etwa 2500 bis 3000 auf deutscher Seite. Ursprünglich sollte die Gedenkstätte in Thorsminde entstehen, wurde aber nach Thyborøn verlegt, wo das Sea War Museum Jutland die Umsetzung ermöglichte.
Cederdorffs Vision ging weit über die ursprüngliche Planung hinaus. Statt nur der 25 gesunkenen Schiffe zu gedenken, schuf er Steine auch für jene Gefallenen, deren Schiffe nicht sanken. Die Steine formte er als sinkende Schiffssteven, platziert wie auf dem Meeresgrund – in einer Dünenlandschaft, die einem welligen Meer gleicht. Um jeden Stein stehen Figuren, eine für jeden Gefallenen.
Ein besonderes Wahrzeichen der Gedenkstätte ist ein großes Holzkreuz auf einem Schiff, gefertigt von der lokalen Schiffstischlerei Kynde & Toft. Es bildet heute das Herzstück der Anlage.
Auch die Museen in Thyborøn unterstützte Cederdorff über Jahre mit kleinen Figuren und Fischen für die Museumsshops. Das Sea War Museum Jutland würdigte ihn als Menschen mit Wärme, Humor und stiller Stärke – einen Freund des Hauses, auf dessen Besuch man sich stets freute.
