Am 29. Januar 2026 stehen im Lemvig Museum nicht nur Kaffeetassen und Gebäck bereit, sondern auch ein interessanter Einblick in die Lokalgeschichte der Stadt an der dänischen Westküste. Von 10 bis 11 Uhr erwartet die Gäste eine besondere Matinee unter dem Titel "Viden & wienerbrød" – eine Kombination aus Wissensvermittlung, Gemeinschaft und typisch dänischer Gemütlichkeit. Im Mittelpunkt steht die gesellschaftliche Entwicklung Lemvigs um das Jahr 1900, als die Frage von Alkoholmissbrauch und Abstinenzbewegung die Stadt spaltete.

Museumsleiterin Mette Lund Andersen erinnert an eine Zeit, in der das öffentliche Leben in Lemvig von Gaststätten geprägt war, während soziale Probleme rund um Alkoholkonsum wuchsen. Die Lebensrealität vieler Bürgerinnen und Bürger war damals herausfordernd, und der Ruf nach Veränderung wurde immer lauter. Die Veranstaltung beleuchtet, wie die Abstinenzbewegung nicht nur den privaten Alltag, sondern auch die politische und soziale Struktur der Stadt veränderte. Fast ein Drittel der Bewohner bekannte sich zu den Zielen des Alkoholverzichts, was Folgen für das Wirtschaftswachstum, die Entwicklung der Gastronomie und das Gemeinschaftsleben hatte.

Für deutsche Besucher und Kulturinteressierte bietet die Veranstaltung einen authentischen Einblick in das Alltagsleben einer westjütischen Stadt zur Zeit der Industrialisierung und sozialen Umbrüche. Das Lemvig Museum an der Vestergade 44 ist für sein Engagement in lokaler Geschichtsvermittlung und Bürgernähe bekannt. Ein besonderer Mehrwert ergibt sich aus der Möglichkeit, sich mit den Herausforderungen und Lösungen früherer Gesellschaften auseinanderzusetzen und daraus Impulse für aktuelle soziale Fragen zu ziehen.

Die Teilnahme kostet 100 Dänische Kronen, inklusive Kaffee und Wienerbrød. Besucher erhalten dabei nicht nur einen historischen Überblick, sondern erleben auch den regionalen Zusammenhalt, der damals wie heute prägend für Lemvig ist.