In Kolding steht eine besondere Musiktheaterpremiere bevor: Vom 20. Februar bis 28. März 2026 bringt das Kolding Egnsteater die Produktion "I’m alone – Kolding 1986" auf die Bühne. Im Zentrum der Aufführung steht Nanna, eine junge Frau, die sich als rebellische Graffitikünstlerin in einer Gesellschaft behaupten muss, die ihre Stimme lieber zum Schweigen bringen möchte. Die Figur gibt einen Einblick in die Lebensrealitäten und Herausforderungen junger Menschen im Dänemark der 1980er Jahre. Die Geschichte folgt sechs verschiedenen Persönlichkeiten, deren Schicksale miteinander verwoben sind. So zeichnet das Stück ein vielschichtiges Porträt der damaligen Zeit – jenseits nostalgischer Klischees.
Für deutsche Theaterfreunde dürfte insbesondere die Verbindung von Musik, Schauspiel und Zeitgeschichte interessant sein. Die Aufführung bietet nicht nur eine musikalische Reise in die Vergangenheit, sondern erzählt auf moderne Weise von Themen wie Individualität, gesellschaftlicher Anpassung und künstlerischem Ausdruck. In der Hauptrolle der Nanna ist die Schauspielerin Katrine Juliane Krone zu sehen, deren Performance als impulsgebend für das Gesamtwerk gilt. Regie und künstlerisches Konzept betonen, dass der Fokus auf authentische Lebenssituationen der 1980er Jahre gelegt wird. Dabei bleibt auch die Frage nach jugendlicher Rebellion universell nachvollziehbar, was das Stück für eine internationale Betrachtung spannend macht.
Aufführungsort ist das Kolding Egnsteater, das mit seiner zentralen Lage und modernen Ausstattung Besucher aus der ganzen Region anzieht. Die Veranstaltungsreihe ist besonders für an dänischer Kultur interessierte Gäste geeignet, bietet jedoch durch die umfassende musikalische Gestaltung auch jenen einen Zugang, die der dänischen Sprache weniger mächtig sind. Tickets sind über die Seite des Theaters erhältlich. Die Produktion setzt zudem auf starke visuelle Elemente – nicht zuletzt durch die Integration von Graffitikunst als wiederkehrendes Motiv.
Mit "I’m alone – Kolding 1986" steht ein Theatererlebnis bevor, das weit mehr bietet als reine Unterhaltung: Es lädt ein, über gesellschaftliche Strukturen, vor allem aber über den Wert eigener Träume und den Mut zur Selbstbehauptung nachzudenken. Damit bietet die Inszenierung auch für Zuschauende aus Deutschland einen spannenden Perspektivwechsel auf Jugendkultur, Identitätsfindung und Geschichte.
