Im dänischen Egtved entsteht derzeit ein Besucherzentrum, das ganz der berühmten Egtvedpigen gewidmet ist. Das Projekt mit dem Namen "Egtvedpigens Verden" geht sichtbar voran: Das Fundament der Eingangsportale ist bereits gegossen. Das neue Portal soll künftig der erste Anlaufpunkt für Besucherinnen und Besucher werden, die sich für die außergewöhnliche Entdeckung aus der Bronzezeit interessieren. Ein zentraler Bestandteil des Zentrums wird die originale Eichenholzkiste sein, in der die Egtvedpige 1921 gefunden wurde. Der Fund gehört zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen des Landes.
Die Entdeckerin der Egtvedpige, eine etwa 160 Zentimeter große junge Frau, war 1921 in einer sogenannten Bulkiste – einem robusten Eichenstammsarg – beigesetzt worden. Unter mehreren Schichten natürlicher Materialien, wie einem Kuhfell und einem wollenen Tuch, lag der bemerkenswert gut erhaltene Leichnam. Besonders interessant für Historiker ist auch die Kleidung der Egtvedpige: Ihr scheinbar einfaches, aber kunstvoll gearbeitetes Gewand und ein kleiner Bronzering geben noch heute Rätsel über das Leben während der nordischen Bronzezeit auf.
Im neuen Besucherzentrum sollen Gäste künftig nicht nur das historische Original, sondern auch verschiedene Zeitreisen in das Leben und die Umwelt der Egtvedpige unternehmen können. Dies bietet auch deutschen Besucherinnen und Besuchern einen Ausgangspunkt für Ausflüge in die Bronzezeitkultur Nordeuropas. Das Zentrum legt Wert darauf, die Geschichte zugänglich und lebendig zu vermitteln, etwa durch Rekonstruktionen, Workshops und digitale Angebote. Da das Original der Egtvedpige im Nationalmuseum in Kopenhagen aufbewahrt wird, können an diesem Ort insbesondere die Fundumstände nacherlebt werden.
Das Besucherzentrum soll nicht nur zur Stärkung der lokalen Infrastruktur beitragen, sondern auch den touristischen Austausch über die Landesgrenzen hinweg fördern. Für Interessierte aus Deutschland bietet sich damit eine einzigartige Gelegenheit, Einblicke in eine der faszinierendsten Persönlichkeiten der Urgeschichte Skandinaviens zu erhalten. Das Bauvorhaben wird fortlaufend begleitet und verspricht, das kulturelle Angebot in Süddänemark weiter zu bereichern.
