Nach mehreren Monaten intensiver Arbeiten hat die Norddjurs Kommune in der Region um Allingåbro jetzt ein neues Feuchtgebiet an den Drammelstrup Enge fertiggestellt. Das Gebiet liegt am Ufer der Allingå und ist darauf ausgelegt, nicht nur die natürliche Artenvielfalt zu fördern, sondern auch aktiv das lokale Wasser-Ökosystem zu verbessern. Dafür wurde das bestehende Deichsystem durchbrochen, sodass künftig bei Hochwasser Flusswasser gezielt in das Feuchtgebiet einströmen kann.
Das Hauptziel des Projekts ist es, Stickstoff aus dem Wasser herauszufiltern. Übermäßiger Stickstoffeintrag kann zu Algenteppichen führen und ist in vielen Regionen Skandinaviens eine Ursache für Probleme in Flüssen, Seen und Küstengewässern. Dank der gezielten Überflutungen und den naturnahen Bedingungen kann nun ein natürlicher Filterprozess stattfinden. Experten erwarten, dass sich das Gewässergebiet als zuverlässige Barriere für Schadstoffe bewährt und dadurch die Wasserqualität in Richtung Randers Fjord verbessert.
Im alltäglichen Betrieb besteht das Feuchtgebiet aus einem etwa 20 Hektar großen See. Bei Hochwasser kann sich das Wasser sogar auf fast 70 Hektar ausbreiten. Neben dem ökologischen Nutzen bringt das Projekt einen weiteren Vorteil: Es dient auch dem Hochwasserschutz. Da der Wasserstand im Randers Fjord in den vergangenen Jahren immer wieder stark schwankte, werden Gebiete wie dieses zunehmend für den Küstenschutz bedeutend – nicht zuletzt auch mit Blick auf den Klimawandel.
Für Besucher und Anwohner ergibt sich zudem eine neue Landschaftserfahrung in der Region um Allingåbro. Die Kommune betont, dass das Feuchtgebiet als Modell für nachhaltigen Naturschutz und eine zukunftsfähige Landnutzung auch für andere europäische Küsten- und Flussgebiete interessant sein könnte. Für Einwohner und Kommunen in Norddeutschland, die ähnliche Herausforderungen bei Küstenschutz, Hochwasserprävention und Wasserqualität haben, ist das dänische Beispiel daher besonders relevant.
