Der dänische Umwelt- und Naturschutzdienst weist darauf hin, dass im Juni eine besondere Zeit für Libellen und Wasserjungfern beginnt. Besonders an windstillen, sonnigen Tagen kann man an Seen und kleinen Fließgewässern derzeit außergewöhnliche Liebesszenen beobachten. Wasserjungfern, auf Dänisch ‚vandnymfer‘, sind mit zahlreichen anderen Insekten unterwegs, doch sie stechen durch ein auffälliges Verhalten heraus: die Paarung in Herz- oder Radform.
Für naturinteressierte Besucher, die in diesen Tagen durch Dänemarks Landschaften reisen oder einige Stunden am Wasser verbringen, bietet sich ein besonderes Schauspiel. Die Männchen der Wasserjungfern klammern sich während des Paarungsakts mit speziellen Haken an den Nacken des Weibchens, das wiederum ihren Hinterleib an das Samentransfer-Organ des Männchens anlegt. Gemeinsam bilden sie dabei eine markante Herzform, die sich auch Laien leicht einprägt. Während der Juni die Hochzeit dieses Liebesspiels ist, legen die Weibchen wenig später ihre Eier ab – oft direkt im Wasser.
Für Besucher aus Deutschland kann sich die Beobachtung lohnen: Viele der in Dänemark heimischen Arten sind auch in Norddeutschland vertreten, unterscheiden sich aber manchmal in ihrer Häufigkeit und ihrem Verhalten. Wer an einem stillen Seeufer die Augen offen hält, kann sowohl Wasserjungfern als auch Libellen bei Balz, Paarung und Eiablage bestaunen. Besondere Vorkenntnisse sind nicht nötig – ein einfacher Spaziergang in der Natur, am besten zu Tagesbeginn oder am Nachmittag, genügt.
Botanisch und zoologisch Interessierte erhalten Entspannung und lehrreiche Naturbeobachtungen zugleich. Auch für Familien ist das ein Anreiz, sich mit Fernglas und Kamera auf die Pirsch zu begeben, denn der Zyklus von Paarung und Eierablage ist hier auf kleinstem Raum gut zu beobachten. Im Vergleich zu anderen europäischen Gebieten gelten viele dänische Gewässer als besonders sauber, was die Chancen für eine erfolgreiche Sichtung deutlich erhöht.
