Der Schutz einer der bedeutendsten Hochmoorlandschaften Nordeuropas erhält neuen Schub: Die dänische Naturschutzbehörde Naturstyrelsen hat 535 Hektar Land rund um Store Vildmose in Vendsyssel (Nordjütland) erworben. Der Flächenankauf, dessen Wert mit 172 Millionen Dänischen Kronen beziffert wird, stellt einen Meilenstein im größten dänischen Projekt zur Renaturierung ehemaliger Feuchtgebiete dar.
Bisher dominierte intensive Landwirtschaft mit Kartoffelanbau das Gebiet. Der geplante Rückbau der Entwässerungssysteme und die Einstellung der landwirtschaftlichen Nutzung sollen künftig entscheidend dazu beitragen, die weitere Freisetzung von CO₂ zu verhindern. Durch die Wiedervernässung bleibt Kohlenstoff dauerhaft im Boden gespeichert, was auch im internationalen Klimaschutzkontext von Bedeutung ist.
Naturstyrelsen hält durch diesen Ankauf rund die Hälfte der insgesamt etwa 3.000 Hektar umfassenden, ehemaligen Hochmoorlandschaft, die sich zwischen den Orten Aabybro, Brønderslev und Sulsted erstreckt. Das langfristige Ziel besteht darin, ein zusammenhängendes Naturareal zu schaffen. Für die Tier- und Pflanzenwelt, insbesondere für seltene Vogelarten, entstehen auf diese Weise neue Lebensräume, die auch für den Naturtourismus interessant sind. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass Besucher von weit her anreisen werden, um die außergewöhnliche Flora und Fauna sowie die weiten Sumpflandschaften zu erleben.
Gleichzeitig ist das Hochmoorprojekt Teil einer größeren politischen Initiative: Im Rahmen eines grünen Abkommens plant die dänische Regierung, bis zu zehn Prozent der aktuellen landwirtschaftlichen Flächen langfristig in Natur- und Waldgebiete umzuwandeln. Verhandlungen über weitere Landkäufe laufen bereits, weshalb noch einige Jahre vergehen werden, bevor das volle Potenzial von Store Vildmose sichtbar wird.
Für nicht-dänische Leser verdeutlicht dieses Beispiel, wie ein koordiniertes Vorgehen im Naturschutz grenzüberschreitende Wirkung entfalten und auch andere Staaten motivieren kann, Moore stärker als Kohlenstoffspeicher und Naturräume ins Zentrum ihrer Klimastrategien zu rücken.
