In Skive, einer Gemeinde im Nordwesten Jütlands, erlebt eine seltene Tradition ihr Comeback: Svend Erik Gam und seine Partnerin Lissy lassen die Drehorgel wiederaufleben. Das Paar ist bekannt für Dänemarks wohl größte private Sammlung dieser historischen Instrumente. Doch es geht ihnen um weit mehr als Musik – Svend Erik setzt sich für die Bewahrung eines Stücks Alltagsgeschichte ein.

Die Drehorgel, die bis ins frühe 20. Jahrhundert fester Bestandteil des Straßenbildes in Metropolen und Kleinstädten Europas war, hat in Skive jetzt ein kleines Revival. Während des diesjährigen Winterprogramms „vintergnist“ sorgten Svend Erik und Lissy für Begeisterung unter Passanten, als sie mit ihrer Musik Erinnerungen an eine Zeit ohne soziale Absicherung wachriefen. Damals waren Drehorgelspieler oft auf Spenden angewiesen – ein prägender Aspekt der europäischen Sozialgeschichte.

Aufgrund der aktuellen winterlichen Kälte verlegten die Veranstalter das nächste Konzert von der Fußgängerzone in einen noch nicht bekanntgegebenen Veranstaltungsort. Der neue Termin ist für Freitag, den 6. Februar, um 15 Uhr geplant. Die genaue Adresse soll kurzfristig über die sozialen Medien bekanntgegeben werden. Der kulturelle Arbeitskreis von Skive bittet Anwohner, Fans und Interessierte, die Hinweise auf @kultureltsamraad_skive, dem offiziellen Instagram-Kanal, zu verfolgen.

Diese Initiative bietet auch Deutschen einen informativen Einblick in dänische Alltagskultur abseits klassischer Museen: Drehorgelmusik brachte einst Menschen zusammen, animierte zum Tanz und diente als Brücke zwischen sozialen Schichten. Wer während eines Dänemarkurlaubs in Skive verweilt, kann nicht nur eines der letzten aktiven Drehorgelpaare erleben, sondern der Geschichte einer ganzen Epoche nachspüren.