Pünktlich zur Sommerhochsaison in Dänemark, insbesondere während der beliebten Veranstaltungswoche in Skagen (Kalenderwoche 29) und dem Musikfestival in Tisvildeleje, verschärfen Motorstyrelsen und die Polizei die Verkehrskontrollen auf den Zufahrtsstraßen zu diesen Orten. Wie jedes Jahr werden dabei nicht nur lokale Besucher, sondern auch viele Touristen kontrolliert – mit Folgen, die insbesondere für Deutsche, die mit dem eigenen Fahrzeug anreisen, relevant sein können.
Im vergangenen Jahr wurden bei ähnlichen Sommerkontrollen über 100 Fahrzeuge überprüft. Bemerkenswert: In fast der Hälfte der Fälle kam es zu Nachforderungen von Steuern, Mehrwertsteuer oder Registrierungsabgaben. Ziel dieser Kontrollen ist es, Verstöße aufzudecken, den Staatshaushalt zu stärken und präventiv auf die Einhaltung der Regeln hinzuwirken.
Die vier häufigsten Gründe für Beanstandungen wiederholen sich Jahr für Jahr. Besonders bekannt, aber noch immer eine Fehlerquelle: Die Nutzung von sogenannten "gulpladebiler" (Transporter mit gelben Kennzeichen) für private Fahrten. Dies ist in Dänemark nur dann erlaubt, wenn für den Tag ein spezielles Tageszertifikat erworben wurde. Wer, oft unwissentlich, ohne dieses Dokument privat unterwegs ist, muss mit hohen Nachzahlungen rechnen.
Weiterhin oft im Fokus: die Nutzung sogenannter Mannschaftswagen für berufliche wie auch private Fahrten. Diese Fahrzeuge sind zwar für Personentransport ausgestattet, dürfen aber nicht wie gewöhnliche Dienstwagen zwischen Wohnort und Arbeitsplatz genutzt werden. Unternehmen sind sich dieser Einschränkung häufig nicht bewusst, was regelmäßig zu Abgabenforderungen führt.
Ein weiteres Problemfeld sind Leasingfahrzeuge, bei denen die proportional berechnete Registrierungsabgabe strengen Formalien unterliegt. Wird die Laufzeit des Leasingvertrags beispielsweise nicht korrekt mit dem Zeitraum der Registrierung abgeglichen, droht eine Nachversteuerung – im Extremfall sogar, wie im Jahr 2025 geschehen, für Luxusfahrzeuge wie einen Ferrari.
Besonders wichtig für in Dänemark lebende Ausländer: Wer länger als 30 Tage einen festen Wohnsitz hat, muss das eigene Fahrzeug umgehend in Dänemark anmelden. Diese Regelung ist wenig bekannt und führt regelmäßig dazu, dass Fahrzeuge aus dem Ausland bei Verkehrskontrollen beanstandet werden.
Für ausländische Touristen und Grenzpendler empfiehlt sich daher, sich vor der Reise über die geltenden Vorschriften zu informieren und im Zweifel fachkundigen Rat einzuholen. Andernfalls kann der Festivalbesuch teurer werden als geplant.
