Mit dem Beginn der neuen Amtszeit im Stadtrat von Aabenraa bleibt eine Tradition unverändert bestehen: Die historische Bürgermeisterkette ist weiterhin das Symbol für das Bürgermeisteramt. Sie wurde 1968 vom damaligen Bahnhofsvorsteher Morten Poulsen entworfen und als Geschenk der Stadtbevölkerung gefertigt. Der lokale Goldschmied Rudolf Andresen realisierte die Kette aus Silber, Gold und Weißgold – ein Stück, das heute mit seinem Gewicht von etwas mehr als einem Kilogramm bei offiziellen Anlässen stolz getragen wird.
Das Design der Kette hebt insbesondere das maritim geprägte Stadtbild von Aabenraa hervor. Der Mittelmedaillon zeigt drei Makrelen, übernommen aus dem historischen Stadtsiegel von 1421. Der Bezug zur Seefahrt spiegelt die enge Verbundenheit der Kleinstadt zur Ostsee wider, was für Besucher aus Deutschland, insbesondere aus dem benachbarten Schleswig-Holstein, einen interessanten Aspekt der regionalen Identität bietet.
Auch wenn die Bürgermeisterkette überwiegend während festlicher Anlässe wie Neujahrsempfängen, Grundgesetz-Zeremonien und bei Besuchen aus dem dänischen oder ausländischen Hochadel hervorgeholt wird, symbolisiert sie dauerhaft das Verantwortungsbewusstsein des Amtsinhabers. Anders als bei ähnlichen Traditionen in Deutschland – wo Bürgermeisterketten ebenfalls verbreitet sind – nimmt die Kette in Aabenraa eine sichtbare Rolle bei öffentlichen Ereignissen ein. Das Prinzip selbst entstammt jedoch einer lange zurückreichenden europäischen Tradition, die bereits vor 700 Jahren in Norddeutschland verwurzelt war. Dort galten solche Insignien als Zeichen von Macht und Verantwortung.
Erst in den 1930er Jahren fand diese Tradition ihren Weg nach Dänemark, wo sie nach der Verwaltungsreform 1970 einen neuen Aufschwung erlebte. Wer aus Deutschland Aabenraa besucht, erlebt mit der imposanten Kette ein Stück gelebter Geschichte und bekommt einen Einblick in lokale Identität und Werte.
